25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Bayer-Boss: Holzhäuser stapelt tief
28. January 2013
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Bayer-Boss: Holzhäuser stapelt tief

Bayer-Boss Wolfsgang Holzhäuser

Bayer-Boss Wolfsgang Holzhäuser

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Rainer Dahmen

Leverkusen -

Wenn Wolfgang Holzhäuser gute Laune hat, kann man ihm ruhig alle Fragen stellen. Zum Beispiel diese: „Herr Holzhäuser, wie lebt es sich eigentlich mit der Tatsache, dass Ihr Verein Bayer 04 Leverkusen als Bayern-Jäger Nummer eins auf elf Punkte Rückstand zurückgefallen ist?“ Der Geschäftsführer des Werksklubs hat gute Laune und antwortet: „Wunderbar. Ich lebe damit wunderbar.“

Als hätte es eines letzten Beweises dafür bedurft, wie und wo sich der Bundesliga-Zweite Leverkusener sieht – das 0:0 von Freiburg hat ihn erbracht. „Ich hatte mal kurz den Eindruck, wir hätten beim Tabellen-Sechzehnten zwei Punkte verloren, als ich die Reaktionen sah“, sagt Holzhäuser, „aber Freiburg ist nicht zufällig Sechster. Die spielen richtig gut. Ich fand auch unser Spiel gut. Ich war zufrieden mit dem Punkt.“

Weil die Gelegenheit vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (Sonntag, 17.30 Uhr) günstig ist, verbreitet Holzhäuser wieder diesen metallenen Realismus, für den er von der Basis nicht gerade geliebt wird. „Bayern und Dortmund sind uns potenziell überlegen“, erklärt er. „die Münchner spielen sowieso in eigenen Sphären. Der BVB ist spielerisch und qualitativ auf einer Ebene mit den Bayern, die nur in der Tiefe des Kaders einen Vorsprung haben. Das sage ich ganz sachlich. Allerdings können wir beide schlagen, wenn alles passt und wir einen guten Tag haben.“

So wie am neunten Spieltag, als die Werkself dem FC Bayern seine erste und bis heute einzige Niederlage in dieser Bundesliga-Saison beigebracht hat. Obwohl seine Mannschaft seit dem 14. Spieltag auf einem direkten Qualifikationsplatz zur Champions League steht, hat Holzhäuser das eigentliche Saisonvorgabe nicht vergessen und ist auch bereit, sie zu wiederholen: „Platz zwei ist super, aber unser Saisonziel bleibt ein Platz zwischen drei und sechs.“ Das ist natürlich ziemlich untertrieben. Alles andere als der Eintritt in die Champions League mit ihren vielen garantierten Millionen wäre im Sommer nicht mehr als Erfolg vermittelbar. Aber die defensive Haltung ist Teil der Leverkusener Psychologie im Kampf ganz oben. In Top-Spielen wie dem am Sonntag hat Bayer 04 nur in der Außenseiterrolle eine Chance.

Wolfgang Holzhäuser rechnet damit, dass die seit Wochen ausverkaufte Partie gegen die Borussia polizeilich nicht zum Sicherheitsproblem erklärt wird, trotz der Ereignisse beim Rückrundenstart gegen Eintracht Frankfurt. „Ich würde mich schon sehr wundern, wenn es anders käme“, erklärt Holzhäuser, „mit Dortmund hatten wir nie Probleme, ich sehe keinen Grund, warum sich das ändern sollte.“ Das würde bedeuten: Keine Sondermaßnahmen, keine Körperkontrollen für Gäste-Fans und hoffen, dass alles ruhig bleibt.