28.07.2016
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Bayer-Trainer: Hyypiä könnte ab April allein regieren

Leverkusens Teammanager Sami Hyypiä

Leverkusens Teammanager Sami Hyypiä

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dpa

Leverkusen -

Bayer 04 Leverkusens Klubchef Wolfgang Holzhäuser ist Spekulationen entgegengetreten, wonach beim Werksklub schon vor Saisonende eine Trennung zwischen Teamchef Sami Hyypiä und Cheftrainer Sascha Lewandowski bevorstehen könnte. „Davon gehen wir nicht aus“, sagt Holzhäuser dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Karfreitag vor dem Spiel des Tabellendritten bei Fortuna Düsseldorf am Samstag (ab 15.00 Uhr im Liveticker von ksta.de).

Entsprechende Gedankenspiele sind möglich geworden, seit bekannt wurde, dass Hyypiä in den nächsten Tagen vom finnischen Verband bei der Uefa für einen Schnellkurs zur Erlangung der Fußballlehrer-Lizenz gemeldet werden soll. Da nicht erst die erfolgreich abgelegte Prüfung, sondern bereits die Anmeldung genügt, um der Forderung des DFB nach einem Fußball-Lehrer an der Spitze eines Profiklubs zu erfüllen, wäre der 39-Jährige formell in unmittelbarer Zukunft in der Lage, das Team auch ohne den Lizenzinhaber Lewandowski zu führen.

Lewandowski schweigt

Der 41 Jahre alte Cheftrainer, der das Amt gemeinsam mit Hyypiä am 1. April 2012 übernommen hat, hat sich noch nicht dazu geäußert, ob er die Arbeit im Sommer fortsetzen will oder in die Jugendarbeit zurück kehrt. „Das können Sie Sascha am 18. Mai fragen“ sagte Hyypiä am Donnerstag.

Am 18.Mai ist die Saison vorbei. Zuletzt schienen die Zeichen eher auf Rückzug zu stehen. Holzhäuser aber kämpft noch um den Fußballlehrer und eine Teamkonstruktion, die seine Idee war. „Sascha macht einen fantastischen Job. Die Zusammenarbeit mit Sami ist ideal. Aus einem Nicht-Thema ist ein großes Thema gemacht worden. Wenn ich mir aus beiden einen Trainer backen könnte, würde ich es tun und ihn holen. Aber es gibt ihn nicht auf dem Markt“, sagte Holzhäuser.

Im Sommer entsteht eine Hirarchie

Unabhängig von Lewandowskis Entscheidung wird im Sommer eine andere Hierarchie in Leverkuen entstehen. Hyypiä (39) soll Teamleiter eines Trainerstabes sein. Der Finne wird sich die Arbeit mit dem jetzigen Assistenten Jan-Moritz Lichte, Fitness-Trainer Holger Broich, Torwartrainer David Thiel und eventuell Lewandowski teilen. Aber eben als Leiter in einer flachen Hierarchie verantworten. „Ich halte die Idee, dass es immer einen einzigen Chef geben muss, für überholtes Denken.

Das gab es schon, als ich 1975 in den Fußball kam.

Es könnte doch sein, dass sich in 38 Jahren in den Anforderungen an die Führung einer Profimannschaft etwas geändert hat“, sagt Holzhäuser. Und ob der finnische Leiter des Stabes bis dahin die Lizenz hat oder nicht, ist Holzhäuser sowieso egal: „Wir werden zwei Fußballlehrer dabei haben. Das sollte den Anforderungen der Verbände genügen.“

Am Donnerstag waren weitere Details zu Hyypiäs Lizenzerwerb bekannt geworden. „Ich will diesen Schein so schnell wie möglich“, sagte der 39-Jährige. Der Blitzlehrgang, den der finnische Verband SPL für seinen 105maligen Nationalspieler mit Uefa-Gemehmigung veranstalten will, soll unter Leitung eines finnischen Ausbilders in Leverkusen parallel zur Trainingsarbeit durchgeführt werden. Hintergrund für den Vorstoß der SPL bei der Uefa ist, dass die Skandinavier einem der größten Fußball-Idole ihres Landes nicht die Chance verbauen wollen, einen Champions-League-Teilnehmer zu coachen.

Der reguläre Lehrgang in Finnland ist nicht für Profis mit einem Job ausgelegt und dauert nach Hyypiäs Angaben mehr als ein Jahr. Auf die Frage, welche Entscheidung er sich von Lewandowski wünsche, wich Hyypiä aus: „Meine Konzentration ist jetzt ganz auf dem Spiel am Samstag.“

Fortuna Düsseldorf: Giefer - Balogun, Latka, Malezas, van den Bergh - Lambertz, Tesche - Fink, Bolly, Bellinghausen - Kruse.

Bayer 04: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Boenisch - Bender, Reinartz, Rolfes - Castro, Kießling, Schürrle.

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin).