29.09.2016
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Chelsea behält das Talent: De Bruyne nicht mehr zu haben

Kevin De Bruyne bejubelt seinen Treffer für Belgien gegen Serbien.

Kevin De Bruyne bejubelt seinen Treffer für Belgien gegen Serbien.

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REUTERS

Das Rennen um die Top-Spieler in der Fußball-Bundesliga wird immer mehr zu einem Ablösekrimi, in dem mehrere Vereine mit viel Geld dieselben wertvollen Talente jagen. Und das Angebot an diesen herausragenden Talenten ist jetzt weiter geschrumpft. Der FC Chelsea hat entschieden, dass der Belgier Kevin de Bruyne nach seinem Jahr in Bremen weder weiter verliehen noch verkauft wird.

Damit sind die Bemühungen von Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund um den offensiven Mittelfeldspieler beendet. Trainer José Mourinho hat sich offenbar gedacht: Wenn der so gut ist, warum behalte ich ihn dann nicht gleich in Chelsea? Und wie gut er ist, hat de Bruyne beim belgischen 2:1-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Serbien gezeigt, als er das 1:0 erzielte.

Die Leverkusener waren auch im Stadion, aber da wussten sie schon, dass der 21-Jährige nicht mehr zu haben ist. „Das Ding ist durch“, sagte Bayer-Kadermanager Michael Reschke. Aber das Thema Neuverpflichtungen ist so brisant geworden, dass niemand mehr etwas sagen will. Denn jetzt dreht sich alles um den etwa zehn Millionen Euro teuren Südkoreaner Heung-Min Son (20) vom Hamburger SV, mit dem Bayer 04 in den Verhandlungen schon sehr weit war, sozusagen am Rande der Einigkeit.

Den VfL Wolfsburg als Konkurrenten hatte der Bundesliga-Dritte und Champions-League-Teilnehmer schon hinter sich gelassen. Dortmund war scheinbar schon mit de Bruyne einig und somit kein Mitbieter mehr in diesem Spiel. Doch jetzt ist de Bruyne vom Markt. Dortmund braucht nach dem Verlust von Mario Götze Ersatz um jeden Preis, selbst wenn, wie Klubchef Hans-Joachim Watzke ankündigte, Robert Lewandowski 2013 nicht den zu Bayern darf („das ist endgültig“). Geld spielt jedenfalls keine Rolle mehr.

Und es könnte passieren, was schon im Fall Sokratis passierte: Dass der deutsche Vizemeister dem Werksklub einen Spieler, mit dem er im Prinzip schon einig war, vor der Nase wegschnappt. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser ist auf den BVB deshalb seit Wochen nicht gut zu sprechen, kritisiert das Image des „Gutmenschentums“ beim Bayern-Rivalen, der Leverkusen in der Winterpause das 17-jährige Verteidiger-Talent Marian Sarr abspenstig gemacht hatte. „Da ist es schon überlegenswert, das Weltbild von Borussia Dortmund neu zu definieren“, hat er in einem Interview gesagt. Das Problem ist nur, dass das an den Fakten nichts ändern würde.

Was die Entwicklung für André Schürrle bedeutet, ist im Moment noch nicht abzuschätzen. Der Nationalspieler wird die Freigabe für seinen seit lange gehegten Wechselwunsch nach Chelsea nur bekommen, wenn im Sturm adäquater Ersatz da ist. So lange ist seine private Einigung mit Chelsea genau so wenig wert wie die angeblich schon existierende private Einigung zwischen de Bruyne und Dortmund und die zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem Südkoreaner Heung-Min Son.