27.09.2016
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Europa League: Die Geschichte spricht gegen Bayer

Die Werkself auf dem Flughafen in Lissabon.

Die Werkself auf dem Flughafen in Lissabon.

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dpa

Lissabon -

Am Donnerstag wird in Lissabon der Internationale Tag der Touristenführer begangen, im wahrsten Sinne des Wortes sogar. Denn die Guides bieten stündliche Fußtouren durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten an, kostenlos. Für die 550 angereisten Fans von Bayer 04 Leverkusen wäre das womöglich eine sinnvolle Sache. Die Fußballer des Werksklubs können natürlich nicht durch Kirchen und Paläste latschen und im Bairro Alto dem Fado lauschen.

Ihr Programm besteht aus dem abendlichen Besuch des schönen Estadio da Luz ("Stadion des Lichts"/21.05 Sky), in dem die Griechen 2004 Europameister wurden. Die Frage, ob denn nach dem 0:1 gegen Benfica Lissabon im Hinspiel nun doch noch der Einzug ins Achtelfinale geschafft werden kann, beantworten alle mit: Ja. Die Vereinsgeschichte aber sagt: Nö. Noch nie hat Leverkusen in einer K.-o.-Runde im Europapokal nach verlorenem Heimspiel noch die Wende geschafft. Achtmal ist das bisher passiert, achtmal schied Bayer 04 aus.

Benfica zu Hause noch unbesiegt

Über Benfica, aus der Champions League abgestiegen, weiß man: Die Portugiesen haben in der Europa League noch nie zu Hause verloren. Nur der FC Barcelona hat 2012/2013 in der Königsklasse im da Luz gewinnen können. Benfica-Coach Jorge Jesus erwartet dennoch "ein schwieriges Spiel. Leverkusen ist die einzige Mannschaft, die bei den Bayern gewonnen hat. Das zeigt ihre Qualität."

Damit der Ausflug für Bayer 04 mehr als Tourismus wird, wollen Trainer Sascha Lewandowski und Teamchef Sami Hyypiä die aktuell allererste Garnitur aufs Feld schicken. Und der ganze Klub möchte eine andere Haltung für das Spiel an den Tag legen als im Hinspiel, das unter dem Termindruck etwas nachrangig angegangen wurde.

Eingebrockt haben sich die Leverkusener die Lage und den Gegner ja eigentlich schon vor längerer Zeit, als sie den Gruppensieg in Charkow liegen ließen. Nun sollen alle Versäumnisse in 90 oder 120 Minuten korrigiert werden - ein klarer Fall von Spätaufstehertum. Auf "40:60" taxiert Sportchef Rudi Völler die Chance seines Teams. Lars Bender sagt: "Wir haben im ersten Spiel gezeigt, dass wir mindestens auf Augenhöhe mit Benfica sind. Und wir haben den Donnerstag-Sonntag-Rhythmus wieder. Dann müssen wir vielleicht nicht so viel rotieren."

Risiko mit Augenmaß

Das Spielrhythmus-Thema wird auf jeden Fall weitergehen, wenn Leverkusen sich durchsetzt. In der nächsten Runde gegen Dynamo Kiew oder Girondins Bordeaux droht dieselbe Konstellation. Und der Werksklubs müsste am 7. März wieder zu Hause beginnen. Trainer Lewandowski warnt vor der "brutalen Konterstärke" der Portugiesen und fordert Risiko mit Augenmaß. Stürmer Stefan Kießling beschwört: "Sie werden sich wieder tief hinten reinstellen. Wir müssen von Anfang an unsere Linie durchziehen. Wenn wir ein frühes 1:0 machen, sieht die Welt schon wieder anders aus. Ich bin mir sicher, dass es noch nicht vorbei ist."

Der 29 Jahre alte Torjäger hat in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt. Genauer: Die Behauptung Thomas Helmers, er wisse vom Interesse von Borussia Dortmund, tat das. Leverkusens Führung stuft die Sache als Störmanöver eines Konkurrenten ein. Kießling selbst bekannte sich vor der Abreise nach Lissabon zu Bayer 04: "Ich weiß von nichts. Ich bin selbst überrascht. Das ist kein Thema für mich."Benfica Lissabon: Artur - Maxi Pereira, Luisao, Garay, Melgarejo - Gaitan, Matic, Perez - Salvio, Lima - Cardozo. - Bayer 04: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Boenisch - Bender, Rolfes, Reinartz - Castro, Schürrle - Kießling. - Schiedsrichter: Kralovec (Tschechien).


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