26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Gegen FC Bayern: Schwache Vorstellung der Werkself
17. March 2013
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Gegen FC Bayern: Schwache Vorstellung der Werkself

Lars Bender kann die knappe Niederlage gegen den FC Bayern kaum fassen.

Lars Bender kann die knappe Niederlage gegen den FC Bayern kaum fassen.

Foto:

AFP

Leverkusen -

Das Wichtigste zuerst:

Was war nun das Wichtigste an diesem seltsamen Tag? Dass man seitdem weiß, dass das Leverkusener Trainer-Experiment mit Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski wahrscheinlich nach der Spielzeit beendet wird? Oder das der designierte Deutsche Meister FC Bayern seiner ungeheuren Erfolgsserie in der Liga einen 2:1-Arbeitssieg in Leverkusen hinzugefügt hat? In der Tabelle liegt Leverkusen nach einer erwartbaren Niederlage weiter recht komfortabel auf Rang drei.

Das war gut:

Die zweite Halbzeit der Werkself, oder wenigstens die letzten 30 Minuten. Da legte Bayer 04 in der ausverkauften BayArena den lähmenden Respekt vor der süddeutschen Übermacht ab und spielte sich in die Nähe eines Punktgewinns.

Das war schlecht:

Gemessen an den Erwartungen und dem Vermögen beider Mannschaften war es ein schwaches Spitzenspiel. Die Bayern kontrollierten es 45 Minuten lang, ohne zu faszinieren, Leverkusen hielt in der zweiten Hälfte dagegen, ohne zu brillieren.

Die Tore:

In der 37. Minute kommt Mario Gomez im Mittefeld an den Ball, passiert Daniel Carvajal, der sich verschätzt, und dreht Sebastian Boenisch einen Knoten in die Beine. Dann steht der Mandzukic-Vertreter frei vor Bernd Leno und schiebt überlegt und flach ein. In der 75. Minuten passiert ein kleines Wunder. Leverkusen erzielt aus einer Standard-Situation ein Tor. Sogar eines, das nach Absicht und Übung aussieht. Der Eckball von Castro kommt über Boenisch Kopf zu Kapitän Simon Rolfes, der Manuel Neuer aus kurzer Distanz überwindet. In der 87. Minute foult Stefan Kießling in der Bayer-Hälfte Alaba. Den Freistoß serviert Schweinsteiger für Martinez. Der verpasst knapp, der Ball springt Philipp Wollscheid an die Schulter und fliegt ins Tor.

Mann des Spiels:

Man könnte drei nennen: Mario Gomez, weil er so ein schönes Tor geschossen und „uns auf die Siegerstraße gebracht hat“, wie Bayern-Coach Jupp Heynckes sagte. Oder Simon Rolfes, weil nur sehr wenige Spieler in dieser Saison ein Tor im eigenen Stadion gegen die Bayern erzielen. Rolfes ist erst der zweite. Aber Bastian Schweinsteiger war der wahre Mann des Spiels. Warum: Weil er superstark gespielt hat. Darum.

Moment des Spiels:

Die 87. Minute mit dem Eigentor von Wollscheid. Der berühmte Bayern-Dusel? Nein, eher in Indiz für die Existenz ausgleichender Gerechtigkeit. Denn beim 2:1-Sieg der Leverkusener im Herbst in München hatte Bayern-Verteidiger Jerome Boateng auf verwandte Art für ein spätes Eigentor gesorgt.

Das sagen die Trainer:

Sascha Lewandowski (Bayer 04): „Die ersten 25 bis 30 Minuten waren von unserer Seite her zu passiv, etwas mutlos. Gerade als es etwas besser wurde, fiel das 0:1. Das hat uns zurückgeworfen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns mehr zugetraut. Aufgrund dessen hätte sich die Mannschaft mit einem Punkt belohnen können. Leider ist nichts daraus geworden.“

Jupp Heynckes (FC Bayern): „Die Mannschaft hat nach dem 0:2 gegen Arsenal eine sehr gute Reaktion gezeigt. In der ersten Halbzeit waren wir dominant. Mir war klar, dass Bayer nach der Pause Druck machen würde. Da haben wir unsere andere Seite gezeigt: Gute Moral und Zusammenhalt.“

Das sagen wir:

Leverkusen steckt in einem kleinen Formtief, für das weniger eine knappe Niederlage gegen die Bayern der Beleg ist. Sondern die schwache und ängstliche Vorstellung in der ersten Halbzeit und die Abwesenheit von spielerischen Einfällen fast während des ganzen Spiels. Mit dem kuriosen Trainer-Thema habe das alles nichts zu tun, sagt Sportchef Rudi Völler. Das könnte sein. Die Spiele davor waren auch schon glanzlos. Andererseits kann es sich auch um eine Frage von Ursache und Wirkung handeln.