26.08.2016
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Kaderplanung: Bayer sucht nach dem letzten Mann

Bayer-Trainer Sami Hyypiä

Bayer-Trainer Sami Hyypiä

Foto:

Bongarts/Getty Images

Leverkusen -

Zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der Saison genossen die Profis von Bayer 04 Leverkusen die Seltenheit eines freien Wochenendes. Das wird es bis Jahresende beim Champions-League-Teilnehmer so nicht mehr geben. Die Pause war durch die gemeinsame Anstrengung des Trainingslagers und die Aussicht auf den zu vergießenden Schweiß der kommenden Wochen allerdings verdient.

Ziemlich viel wirkte schon recht ordentlich beim Werksklub. Dass die Dinge noch nicht fertig sind, ist aber kein Geheimnis. Sportchef Rudi Völler erklärte jetzt zum wiederholten Mal ganz offiziell, dass sich Teamchef Sami Hyypiä noch auf einen offensiven Mittelfeldspieler freuen darf. Den Dänen Christian Eriksen (21) von Ajax Amsterdam haben die Leverkusener nicht bekommen. Also wird dieser Typ Mittelfeld-Spieler weiter gesucht: Einer, der die schnellen Außenspieler mit Pässen einsetzen kann und selbst in die Spitze geht, wenn sich die Möglichkeit ergibt. „Die Notwendigkeit besteht nicht für den Moment, für den August sind wir gut aufgestellt“, erklärt Kader-Manager Michael Reschke, „aber langfristig würden wir ohne einen solchen Spieler vielleicht Probleme in der Tiefe des Kaders bekommen.“

Derzeit besteht der Bayer-04-Kader aus vier Torhütern und 20 Feldspielern. In dieser Rechnung ist ein Jung-Profi wie Dominik Kohr schon enthalten. Für die anstehenden Aufgaben ist das nicht üppig. „Wir werden nicht so rotieren können wie vergangene Saison in der Europa League“, sagt Reschke, „in der Champions League muss man auf einem höheren Niveau rotieren. Außerdem werden wir kaum zwei Spieltage vor Schluss für die K.-o.-Runde qualifiziert sein.“

Glücklich ist man in Leverkusen darüber, dass die Abwehr nach dem Abgang von Carvajal, Kadlec, Schwaab und Friedrich mit finanziellem Gewinn in der Breite stabilisiert wurde. Das Funkeln eines Klassespielers wie Daniel Carvajal (kehrte für 6,5 Millionen Euro zu Real Madrid zurück) wird zwar vermutlich weniger zu sehen sein. Aber beide Außenseiten sind gut besetzt – Donati/Hilbert rechts, Boenisch/Stafylidis links – und die Mitte wurde mit Emir Spahic (32) verstärkt. Vom Kapitän der bosnischen Nationalmannschaft, der über große Erfahrung und ein hervorragendes Kopfballspiel verfügt, sind sie beim Werksklub überzeugt. „Er ist eine Verstärkung für uns“, sagt Reschke. Und offenbar auch ein Schnäppchen. Der Handel mit dem FC Sevilla soll ein Volumen von gerade mal 400 000 Euro gehabt haben. Da Hilbert ablösefrei war, Donati 2,3 Millionen Euro und Stafylidis 1,3 Millionen Euro gekostet hat (bei Vertragsabschluss vor einem Jahr), ist noch genug Geld da für den Wunschspieler im zentralen Mittelfeld. Nur ist es wie immer im Leben: Das, was man wirklich will, ist immer ein wenig teurer als das, was man sich leisten kann. Die wirklich Guten im Fußball werden immer teurer. „Aber wir haben ja noch ein wenig Zeit“, sagt Michael Reschke.


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