01.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Kießling-Interview: „Das Ding gehört der Mannschaft“
19. May 2013
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Kießling-Interview: „Das Ding gehört der Mannschaft“

Lässt sich von seinem Team feiern: Stefan Kießling.

Lässt sich von seinem Team feiern: Stefan Kießling.

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dpa

Hamburg/Leverkusen -

Am Sonntagmorgen sind die Profis von Bayer 04 Leverkusen nach einer Partynacht in Hamburg nach Leverkusen zurückkehrt. Im Flieger  reiste auch die Torjägerkanone mit, die Stefan Kießling  als zweiter Leverkusener Stürmer nach Ulf Kirsten (92/93, 96/97, 97/98) gewann. Das Tor zum 1:0-Sieg beim HSV war sein 25. Saisontreffer. Der 29-Jährige lag damit vor Dortmunds Robert Lewandowski (24) und wurde mit seinen zehn Vorlagen und insgesamt 35 Punkten auch Top-Scorer der Liga. Vor dem Urlaub sprach der Torjäger über das Erreichte:

Herr Kießling, welche Gefühle haben Sie nach dem Gewinn der Torjägerkanone?

Stefan Kießling: Die Freude ist einfach sehr groß. Ich bin ziemlich erleichtert, dass es geklappt hat und richtig stolz darauf. Wenn man sieht, wie wir alle uns darüber gefreut haben, sieht man: Das Ding gehört nicht nur mir, sondern der ganzen Mannschaft, und ich bin stolz, ein Teil davon zu sein.

Zuerst zog Lewandowski im Fern-Duell gleich, in der Schlussminute schien der Pole zunächst  noch ein Tor erzielt zu haben. Da feierten Sie schon…

Kießling: Ich habe von der Dramatik gar nichts mitbekommen. Ich habe auf der Anzeigentafel gesehen, dass Dortmund das 1:0 gemacht hat,  aber ich nicht konnte nicht sehen, wer es war. Dann habe ich versucht, das auszublenden, aber trotzdem guckst Du immer wieder drauf. Mir hat keiner was gesagt. Am Ende ist es die Krönung für eine tolle Saison, die wir gespielt haben. Darauf können wir alle stolz sein. Es war ein hartes Stück  Arbeit. Es wird schwer genug, wieder dahin zu kommen. Aber nach fünf Wochen  Urlaub geht es wieder von null los. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich alles dafür tue, um den Mannschaftserfolg auf die richtige Spur zu bringen.

Wie haben Sie die Szene vor Ihrem  1:0 erlebt?

Kießling: Beim Tor musste ich nicht lange überlegen.   Ich wusste, dass der Ball dahin muss, aber ich dachte im ersten Moment, Adel (HSC-Torwart René Adler, d. Red) hält ihn, weil er weiß, dass ich dahin schieße. Aber es hat geklappt.

Hatten Sie vor dem Spiel Kontakt zu ihrem Ex-Mannschaftskollegen Adler?

Kießling: Wir haben immer Kontakt, und vor dem Spiel gingen auch ein paar SMS hin und her. Aber es ging nicht um die Kanone.

Wo wird die Trophäe des besten Torjägers ihren Platz finden?

Kießling: Ich habe ein kleines Spielzimmer, da kommt die Kanone rein.

Galt heute die Ansage an die Mannschaft: Alles auf Kießling?

Kießling: Nein, es gab keine Ansage. Wir wollten versuchen, unser Spiel ganz normal aufzuziehen und nicht zu verkrampfen. Dann klappts und es hat geklappt.

Was haben Sie Sidney Sam gesagt, der die Vorlage zum Tor gab? Vor zwei Wochen  in Nürnberg  hat er ihnen einen Elfmeter „geklaut“ und Ihren Titel  in Gehafr gebracht…

Kießling: Es war gar keine Zeit viel zu sagen. Die Freude war einfach zu groß.

War das Ihre beste Saison bisher?

Kießling: Man zufrieden sein. Ich würde schon sagen: Aufgrund der ganzen Ereignisse, mit Champions-League-Qualifikation, Torjägerkanone, mit einer guten Saison, die gespielt wurde, war es meine beste Saison.