28.07.2016
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Kommentar zum Pokal-Aus der Werkself: Die Konstante im Versagen ist Bayer 04 selbst

Konnte sein Team gegen Bremen nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit ausstatten: Trainer Roger Schmidt.

Konnte sein Team gegen Bremen nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit ausstatten: Trainer Roger Schmidt.

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Bongarts/Getty Images

Wenn einem immer wieder dasselbe passiert und alle anderen schon darüber schmunzeln, sollte man sich Gedanken machen. Aber die richtigen. Ein Mensch, der ständig seine Schlüssel verliert, neigt dazu, die Schlüssel dafür verantwortlich zu machen. Ein anderer sammelt einen Strafzettel nach dem anderen und sucht die Schuld bei der Polizei. Und jener, der immer mit allen in Streit gerät, macht natürlich immer die anderen dafür verantwortlich – und insgesamt die Welt, weil sie so böse zu ihm ist. Das ist eine Falle, in der viele sitzen. Zum Beispiel die Leute von Bayer 04 Leverkusen, die trotz guter Alltagsarbeit immer und immer wieder scheitern, wenn es für sie etwas Großes zu gewinnen gäbe.

Das wird auch immer so weitergehen, wenn nicht jemand zu der Erkenntnis kommt: Hier liegt ein Fehler im System vor. Irgend etwas Grundsätzliches läuft falsch. Es ist die Art, Dinge zu sehen, zu bewerten und im Zweifelsfall dann doch nicht zu ändern, die etwas zu tun haben muss mit der nah ans Werk angelehnten inneren Struktur.

Natürlich sollte man mit dem Naheliegenden beginnen. Eine Mannschaft, die drei Tage nach einer Energieleistung gegen den FC Bayern München den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen wegwirft, muss sich fragen lassen, ob sie ihren zentralen Auftrag richtig verstanden hat. Ein Trainer, der dieser Mannschaft hinterher Fahrlässigkeit attestiert, muss sich fragen lassen, warum er sie nicht zu Ernsthaftigkeit gezwungen hat. Ganz abgesehen davon, dass es Roger Schmidts Geheimnis bleiben wird, wie er mit vier Innenverteidigern bei nur noch neun Feldspielern einen Rückstand aufholen wollte.

Aber das, was jetzt passiert ist, passierte bereits unter den Trainern Hyypiä, Dutt, Heynckes, Labbadia, Skibbe, Toppmöller, Daum. Mit den verschiedensten Mannschaften, gebildet aus Hundertschaften von Spielern. Die einzige Konstante in diesem Versagen ist der Klub Bayer 04 Leverkusen. Und er wird eine Antwort auf die Frage, wie man es beenden kann, nur bei sich selbst finden.


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