26.07.2016
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Medienbericht: Schürrle kommt seinem Traum näher

Wechsel nach London immer wahrscheinlicher: Andre Schürrle

Wechsel nach London immer wahrscheinlicher: Andre Schürrle

Foto:

Bongarts/Getty Images

Leverkusen -

Der teuerste Spieler-Verkauf in der Geschichte von Bayer 04 Leverkusen nimmt immer mehr Gestalt an. Die Zahlen und Details eines Transfers von André Schürrle (22) zum FC Chelsea werden immer konkreter. Und die Dementis aus der Zentrale des Werksklubs immer schwächer. Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bestritt am Mittwoch im Gespräch im dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ lediglich, dass er oder Sportchef Rudi Völler noch in dieser Woche nach London reisen werden, um Verhandlungen zu führen.

Aber er sagte: „Es ist immer schön, wenn eigene Spieler begehrt sind. Wir haben das Heft des Handelns jedoch in der Hand. Wir haben einen gültigen Vertrag, der in der nächsten Saison eine Ausstiegsklausel beinhaltet. Aber die ist so hoch, dass wir dabei gut schlafen könnten. Insgesamt sind die Dinge noch bei weitem nicht so konkret wie derzeit behauptet.“

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Mit anderen Worten: Man befindet sich mitten in den Verhandlungen. Und schon jetzt sind die kolportierten Summen erstaunlich. Der Klub des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch hat für den deutschen Nationalspieler, der noch bis 2016 an Leverkusen gebunden ist, mindestens 20 Millionen Euro geboten. Dazu steht ein Parallelgeschäft mit dem hoch talentierten Kevin de Bruyne im Raum.

Chelsea hat die Rechte an dem Belgier, der noch bis Saisonende an Werder Bremen ausgeliehen ist. Und Chelsea hat Interesse daran, den 21-Jährigen auf noch höherem Niveau auszuleihen. „Bayer Leverkusen ist eine sehr gute Option. Sie spielen in der kommenden Saison Champions League, und Kevin könnte vermutlich die Rolle von André Schürrle einnehmen“, wird de Bruynes Berater Patrick de Koster in der „Welt“ zitiert. Das könnte gemeinsam mit dem langfristigen Chelsea-Interesse am Talent des Belgiers sogar schwerer wiegen als der große Wunsch des noch amtierenden Meisters Borussia Dortmund, der angeblich 17 Millionen Euro für eine Verpflichtung des offensiven Mittelfeldspielers geboten hat. Für den Fall, dass Kevin de Bruyne doch kein Teil des Bayer-Transfers sein würde, haben englische Medien als Schürrle-Ersatz Marko Marin ins Gespräch gebracht, der im Sommer 2012 von Bremen nach Chelsea gewechselt war, dort aber sportlich nie ankam.

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Erstaunlich ist das ungebrochene Interesse des aktuellen Champions-League-Siegers an André Schürrle deshalb, weil der Stürmer eine Saison fernab von sportlicher Konstanz spielt. Neun Tore und fünf Vorlagen in 27 Spielen sind keine hinreichende Erklärung dafür, warum sich Chelsea den Handel inklusive der Gage für den Deutschen (bis 2018 angeblich umgerechnet 4,8 Millionen Euro pro Jahr) rund 50 Millionen Euro kosten lassen will.

Offenbar wird Schürrle mit seiner Fähigkeit, Tore an guten Tagen aus dem Nichts zu erschaffen, in England als Teil des neuen deutschen Wunder-Fußballs wahrgenommen. „André mit seiner Art wird für solche Vereine immer interessant sein“, erklärt Wolfgang Holzhäuser, den auch der Hinweis auf die missratenen Spiele des Angreifers nicht irritiert. „Marco Reus spielt auch nicht in jedem Spiel gut“, lautet sein Konter.

Für den Transfer spricht, dass ihn der Spieler unbedingt will. André Schürrle, für den schon im Sommer 2012 ein 25-Millionen-Angebot aus Chelsea vorlag, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Premier League das Ziel seiner Träume ist. „So ein Angebot bekommt man nur einmal“, hat er nach dem Bayer-Veto enttäuscht gesagt. Die Affinität zu England hat Schürrle jedoch immer weiter gepflegt, bis seine Twitter-Einträge irgendwann fast nur noch englisch waren. So etwas nennt man Beharrlichkeit. Wie es scheint, zahlt sie sich jetzt für alle Seiten aus.


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