30.07.2016
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Rolfes-Interview Teil II: „Ich würde lieber allein entscheiden“

Simon Rolfes

Simon Rolfes

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dpa

Es würde dann in Leverkusen wieder ein ähnliches Modell geben müssen, oder?

Rolfes: Es geht um Kompetenzverteilung. Eine Konstellation, wie sie die Beiden jetzt leben, kostet sehr viel Energie. Man muss unglaublich viele Kompromisse machen, und zum Kompromiss kommt man nur, indem man sehr viel diskutiert. Bei Jupp Heynckes war es oft so, dass er viele Sachen einfach aus dem Bauch entschieden hat.  Wer ist gut drauf, wer braucht mal eine Pause? Das hat er oft aus dem Gefühl heraus gemacht. Das ist bei uns schwierig. Sagt der eine: Ich habe es im Gefühl. Sagt der andere: Warum?  Ohne dass sie sich darüber streiten, aber man sieht: Es ist schwierig. Es muss mit voller Energie gelebt werden und es ist kraftraubend. Nur die beiden können entscheiden, wie lange das geht. Wenn ich ehrlich bin: Ich würde lieber allein entscheiden.

War ihre Vertragsverlängerung verknüpft mit der Aufstellung der sportlichen Leitung?

Rolfes: Nein. Es war ja klar, dass es in dieser Form irgendwie weitergeht. Wenn jetzt beide nicht weitergemacht hätten, wäre das schon ein Punkt gewesen.  Aber es war klar: Es kommt jetzt nicht schon wieder ein kompletter Umbruch.

Sie werden 2015 33 Jahre alt sein und zehn Jahre Leverkusen hinter sich haben. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Rolfes: Ambitionen, wie Sami sie immer schon hatte in Richtung Trainer, die  habe ich nicht. Es gibt mit Sicherheit schönere Jobs. Du hast 24 Spieler, elf oder 14 können spielen. Also ist immer die Hälfte notorisch unzufrieden. Du bist der, der dafür verantwortlich ist. Das immer auszutarieren, das ist sehr zehrend. Und im Misserfolg bis Du der erste, dessen Stuhl wackelt. Da zieht es mich nicht hin, auch weil es von kurzfristigen Dingen abhängig ist. Ich möchte etwas machen, wo man auf längere Sicht etwas bewegen kann. Der Managementbereich im Sport, fußballnah, das interessiert mich. Nicht auf dem Platz, sondern neben dem Platz.

Werden Sie bei Rudi Völler und Michael Reschke in die Lehre gehen?

Rolfes: Das ist noch zu früh, um sich festzulegen. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag, und ich werde mich in den zwei Jahren noch weiterbilden, um dann genau zu wissen, was ich will, was mir liegt. Ich möchte nicht einfach mal irgendwas anfangen, nur um irgendwas zu machen.

Welche Art von Ausbildung machen Sie?

Rolfes: Ich beginne meinen MBA in Sportmanagement. Im Fernstudium.

Wird die Spielerkarriere mit 33 enden? Sie haben ja auch schon zwei schwere Knieverletzungen hinter sich.

Rolfes: Ich will nicht spielen, so lange wie es geht, und mit 39 noch auf irgendwelchen  Fußball-Plätzen rumturnen. Mein Anspruch ist, immer auf hohem Niveau zu spielen, bis ich aufhöhe, Ich denke nicht, dass ich mit 37 noch spiele.  Jetzt warten wir mal die zwei Jahre ab, auch wie es gesundheitlich läuft. Ich kann mir schon vorstellen, die dem Bereich, plusminus ein bisschen, meine Karriere zu beenden.