29.07.2016
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Rückrunde: Start in die Mission Vizemeisterschaft

Leverkusen -

Mit leichter Verlegen- und großer Bescheidenheit hat Sami Hyypiä auf die Verleihung des Titels „Finnlands Trainer des Jahres“ reagiert. „Das kommt mir eigentlich zu früh“, sagt Bayer 04 Leverkusens Teamchef, „wir haben doch noch gar nichts gewonnen. Ich verstehe es als Auszeichnung für die Teamleistung. Und was mich angeht: Vielleicht sollte man einen »Rookie-Trainer« des Jahres einführen.“ Jedenfalls aber ist der 105-malige Nationalspieler seines Landes um einen weiteren Titel reicher und im Land der Skilangläufer und Eishockeyspieler der erste Mensch (und Fußballer sowieso), der nach dem „Sportler des Jahres“ auch als „Trainer des Jahres“ triumphiert.

Am Samstag beginnt für ihn und den Kollegen Sascha Lewandowski mit dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, BayArena) die Rückrunden-Mission. „Etwas gewinnen“, das hieße wohl in der aktuellen Konstellation: Halten und ausbauen, also Vizemeister werden. Wenn der Begriff Bayern-Jäger fällt, schmunzelt der Finne nur – für die Werkself ist der zweite Platz ja schon unerwartet gekommen. „Vor der Hinrunde waren die Erwartungen nicht so hoch“, sagt der 39-Jährige. Und sie erlitten beim 1:2 in Frankfurt am ersten Spieltag noch einen zusätzlichen Dämpfer. „Wir waren nicht zufrieden, wie wir verteidigt haben“, erinnert sich Hyypiä, „es hätte auch 7:7 ausgehen können.“

Holprige Anfangsphase

Nach einer holprigen Anfangsphase hat sich ein Aufstieg vollzogen, der Leverkusen zur besten Heim-Mannschaft der Liga gemacht hat. Das in der letzten Saison zeitweise belastete Verhältnis zu den Fans ist wieder intakt. Allerdings ist der Erfolg vom Leverkusener Publikum zum Leidwesen des Klubs weniger honoriert worden als von der bundesweiten Öffentlichkeit. Auch beim Spiel des Tabellenzweiten gegen den Vierten aus Frankfurt wird die BayArena nicht ausverkauft sein.

Mit Problemen wie vor zwei Jahren, als Bayer 04 aufgrund von Hinweisen auf geplantes Einschmuggeln von Pyrotechnik Körperkontrollen bei Frankfurter Fans durchführen ließ, wird diesmal nicht gerechnet. Es gebe im Vorfeld keinerlei Hinweise, hieß es.

In der kurzen Winterpause hat Leverkusen ein von Harmonie geprägtes Trainingslager mit mäßig prickelnden Testspielen hingelegt. Immerhin hat sich die Personallage bei Bayer 04 entspannt. Nur Karim Bellarabi, im Hinspiel in Frankfurt noch Vorlagengeber für das Tor von Stefan Kießling, steckt nach seiner Schambein-Operation noch in der Reha. Michal Kadlec ist nach seiner Grippe zurück im Mannschafts-Training, wird aber noch nicht im Kader stehen. „Der Rest ist fit und fertig“, sagt Hyypiä. Für Kadlec speziell, aber zum Beispiel auch für den polnischen Neuzugang Akardiusz Milik hat Bayer 04 extra ein Testspiel am Sonntag arrangiert. Um 11 Uhr trifft eine Auswahl aus nicht eingesetzten Ersatz- und Nachwuchsspielern im Haberland-Stadion auf den VfL Osnabrück.

Ob Milik schon im Kader gegen Frankfurt stehen wird, ließ Hyypiä noch offen. „Er hat die ersten Tage sehr stark trainiert, danach war es ordentlich. Er hat sehr viel Pozenzial und er muss noch hart arbeiten. Er ist ja erst 18 Jahre alt“, sagt Hyypiä.


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