24.08.2016
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Trainerfrage: Lewandowski denkt an Abschied

Ausnahme oder Regel? Sami Hyypiä (l.) und Sascha Lewandowski ganz synchron.

Ausnahme oder Regel? Sami Hyypiä (l.) und Sascha Lewandowski ganz synchron.

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Bongarts/Getty Images

Leverkusen -

Auf der Treppe zur Mixed-Zone der BayArena trafen sich Sami Hyypiä und Peter Hermann nach dem Leverkusener 1:2 gegen den FC Bayern zum Gedankenaustausch. Was Leverkusens Teamchef und Bayern Münchens Co-Trainer zu erörtern hatten, blieb geheim und war doch klar, nicht nur, als sich Hyypiä mit einem „bis bald“ verabschiedete. Hermann (60) wird im Sommer aller Voraussicht nach zu Bayer 04 zurückkehren, dem Klub, dem er mit den Unterbrechungen eines Jahres in Nürnberg und nun zweier Spielzeiten in München 21 Jahre Trainerjahre lang ein treuer Diener war. Im Scouting-Bereich soll er ab Sommer wieder für Bayer 04 arbeiten. Ob er eine Tätigkeit im Lizenzspielerbereich ausschließen könne? „Im Moment ja.“ Sportchef Völler (siehe Interview unten) sagte zu Hermanns Rückkehr: „Im Bereich Trainer? Nein.“

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Aber womöglich wird Hermanns Bayer-04-Gen doch in naher Zukunft auf eine besondere Funktion geprüft: Er hat die Fußball-Lehrer-Lizenz, die Sami Hyypiä nicht hat. Und da am Rand des Bayern-Spiels bekanntwurde, dass Cheftrainer Sascha Lewandowski über eine Rückkehr in den Jugendbereich nachdenkt, wird über die zukünftige Konstellation spekuliert. Das finnische Idol Hyypiä wird bleiben, wie der Klub mitteilte. Neben einem Pärchen Hyypiä/Hermann ist auch der Name von Jupp Heynckes gefallen, der mit einer Fortsetzung der Karriere auch nach dem Ende in München kokettiert. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schließt eine Rückkehr aus: „Das geht gar nicht, weil Sami Hyypiä Teamchef bleiben wird“, sagte der 63-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Am Rand des Spiels, das nach Treffern von Mario Gomez (37.) und Simon Rolfes (75.) durch ein Eigentor von Philipp Wollscheid (87.) entschieden wurde, hatte die seit Tagen schwelende Diskussion um die Zukunft des Leverkusener Duos Hyypiä/Lewandowski neue Dynamik erhalten. Sportchef Rudi Völler erklärte, Lewandowski überlege, „was anderes zu machen“, eventuell im Sommer in den Jugendbereich zurückzukehren. Mit Hyypiä sei man sich einig über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Holzhäuser sagte dazu: „Im Sommer, als wir aus der Übergangslösung eine Dauerlösung gemacht haben, da hatte Sascha schon Zweifel. Er steht dem Profibereich indifferent gegenüber.“

Der Dreijahresvertrag, den die beiden sportlich Verantwortlichen als Robin-Dutt-Nachfolger 2012 unterschrieben, enthält laut Holzhäuser eine Passage, die dem 41-Jährigen das Recht auf Rückkehr in den Juniorenbereich zusichert. Dieser Umstand war zuvor nicht bekannt. Eine Abfindung würde dem Trainer entgehen: „Sascha würde auf viel Geld verzichten“, sagt Holzhäuser und bezog sich auch auf den Fall von Ex-FC-Trainers Frank Schaefer: „Ich ziehe den Hut vor Leuten, die sagen: Ich weiß nicht, ob ich von meiner Persönlichkeitsstruktur her für den Profibereich der Richtige bin.“

Gleichwohl hofft der Geschäftsführer, dass sein Mann sich für die Fortsetzung entscheidet: „Das wäre mir 20-mal lieber. Der Erfolg eines Trainermodells sollte am Tabellenplatz gemessen werden, Und wir sind Dritter. Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.“

Die „ganze Diskussion“ dreht sich seit Tagen um Schwierigkeiten in der auf Gleichberechtigung angelegten Zusammenarbeit der so unterschiedlichen Typen. Dies hatten beide mehrmals öffentlich thematisiert. Die „Bild“-Zeitung hatte Lewandowski übertriebenen Geltungsdrang vorgeworfen und ihn ein „Chefchen“ genannt, dem das Format zum Cheftrainer fehle.

Völler hatte den Prozess der Auseinanderentwicklung von Teamchef und Cheftrainer als „logisch“ bezeichnet. „Das Bild, das jetzt entstanden ist, ist nicht richtig. Aber es ist da“, sagte Lewandowski, „bis vor zwei Wochen existierte dieses Thema noch gar nicht. Dann ist eine Dynamik entstanden, dass man sich fragen muss, ob es noch die beste Lösung ist. Es muss passen, nicht nur intern, sondern auch nach außen. Es ist ein Punkt erreicht, wo man zumindest mal nachdenken muss. Es ist kein Geheimnis, dass es mich nie wahnsinnig in den Profibereich gezogen hat.“


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