25.07.2016
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U-17-Nationalspieler: Seeler-Enkel wechselt zu Bayer 04

Levin Öztunali

Okan Adil Kurt (l) und Finn Tiedemann (r) von St.Pauli im Zweikampf Levin Öztunali (M) vom HSV.

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dpa

Kön/Leverkusen -

Bayer 04 Leverkusen hat den Enkel der Fußball-Legende Uwe Seeler verpflichtet. Levin Öztunali (16) wechselt vom Seeler-Klub Hamburger SV zum Werksklub. Der U-17-Nationalspieler, eines der größten Mittelfeldtalente des deutschen Fußballs, hat einen Vertrag bis 2018 unterschrieben. Der HSV hat seit Monaten alles versucht, den Sohn von Frauke Seeler und Mete Öztunali zu halten, der beim Hamburger SV pikanterweise als Scout und Talentsichter arbeitet. „Wir haben ihm ein Angebot gemacht, wie es noch kein Spieler dieses Alter bei uns erhalten hat“, sagte HSV-Sportdirektor Frank Arnesen.  Angeblich hat der Verein dem Nachkommen seines prominentesten Spielers mehr als eine Million Euro für seine ersten drei Profi-Jahre geboten. Bis zuletzt galt auch der FC Bayern München als Zielklub für einen Wechsel. Dennoch entschied sich der Nachwuchsspieler für Bayer 04. „Bei Bayer 04 Leverkusen haben schon viele junge Spieler ihre Karriere gestartet“, sagte Öztunali, „ich habe ein tolles Gefühl bei meiner Entscheidung.“

Schon auf der Jahreshauptversammlung im Januar hatte Arnesen die Vertragsgespräche mit den beiden Top-Talenten Jonathan Tah und Öztunali zur Chefsache erklärt: „Ich hoffe, dass ich in ein paar Wochen eine positive Nachricht verkünden kann.“ Allerdings sei die Konkurrenz zahlungskräftiger. Immerhin schaltete der HSV bei Tah Manchester United und den FC Arsenal aus, dennoch setzt sich mit Öztunali der Abgang hoch veranlagter Nachwuchskräfte fort. Die Perspektiven für Talente waren beim Bundesliga-Dino in den vergangenen Jahren wenig vielversprechend. Kaum ein Spieler schaffte es über die U19 oder die U23 in den Kader der ersten Mannschaft. Torjäger Heung-Min Son und der selten eingesetzte Zhi-Gin Lam sind die Ausnahme.

Zwar kündigte Arnesen an, sich in diesem Bereich deutlich verbessern zu wollen, den Beweis dafür ist der HSV allerdings noch schuldig geblieben. Ganz im Gegensatz zum Rekordmeister aus München. Spieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Holger Badstuber bildete der FC Bayern in der eigenen Jugend aus und formte sie zu Leistungsträgern der Nationalmannschaft. Nun könnte auch Öztunali seine Chance in Süddeutschland suchen - für HSV-Fans ein Horror. „Wenn so ein Spieler auf dem Markt ist, bemüht sich auch der FC Bayern um ihn“, sagte Nachwuchskoordinator Michael Tarnat der Süddeutschen Zeitung. Doch auch Bayer Leverkusen will Öztunali verpflichten. Uwe Seeler wird ab dem Sommer weit fahren müssen, wenn er seinen Enkel in Aktion sehen will. Bisher schlug er sich bei den Heimspielen der U19 des HSV ins Gebüsch und sah versteckt zu: „Wenn Levin spielt, soll er nicht wissen, dass ich da bin. Nachher meint er noch, er müsste etwas Besonderes für den Opa machen.“ (FN, sid)