28.07.2016
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Eisschnelllauf: Pechstein holt zweimal Bronze

Claudia Pechstein zeigt ihre Bronze Medaille nach dem 500-Meter-Rennen

Claudia Pechstein zeigt ihre Bronze Medaille nach dem 500-Meter-Rennen

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Getty Images

Sotschi -

Knapp ein Jahr vor den Winterspielen in Sotschi bewies Claudia Pechstein, dass ihre zehnte Olympia-Medaille keine Utopie sein muss. Die Berlinerin gewann bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in der Olympia-Stadt über 3000 und 5000 Meter jeweils Bronze. Am Sonntag musste sich die 34 Jahre alte Sprinterin Jenny Wolf über 500 m mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Zum Abschluss der Wettkämpfe trat Pechstein in der Teamverfolgung an, um die es zuletzt so viel Ärger gegeben hatte. Grund zur Freude hatte sie unabhängig vom Ergebnis: Anstelle ihrer Rivalin Stephanie Beckert lief neben der gesetzten Bente Kraus auch Wunschpartnerin Monique Angermüller an ihrer Seite.

Beckert war da längst mit anderen Dingen beschäftigt. Die Erfurterin, die ihrem Leistungsniveau in Russland hinterherlief, hatte nach dem öffentlichen Streit auf einen Start im abschließendem Rennen verzichtet. „Ich verstehe mich als Teil des Teams und werde auch künftig jedem Streit aus dem Weg gehen“, sagte Beckert, die nach der öffentlichen Schlammschlacht der vergangenen Woche „abschalten“ will. Beckerts Manager Klaus Kärcher fordert nun Konsequenzen von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. „Stephanie ist völlig am Ende. Sie hat einfach nicht die Kraft wie Anni Friesinger, die Attacken von Frau Pechstein abzuwehren“, sagte Kärcher am Sonntag nach den wiederholten verbalen Angriffen der Rivalin aus Berlin. Claudia Pechstein hatte der Erfurterin vor zwei Wochen „vorsätzliche Arbeitsverweigerung“ vorgeworfen. „Es muss unbedingt eine Lösung her, damit Stephanie Beckert nicht in letzter Konsequenz ihre Karriere beendet“, sagte Kärcher.

Pechstein holte dagegen mit ihren dritten Plätzen auf den beiden Langstrecken zum 58. und 59. Mal Edelmetall bei Olympischen Spielen, Europa- und Weltmeisterschaften. In ihrem Jubeltaumel konnte sie sich auch eine weitere Spitze in Richtung Beckert nicht verkneifen. Während sich diese noch auf dem Eis quälte, inszenierte die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein mit den wenigen Zuschauern in der spärlich besetzten Arena schon freudestrahlend La Ola. Es heißt, Pechstein brauche ein Feindbild, um sich zu Höchstleistungen zu pushen. Der Erfahrung nach eine stimmige These. Früher geriet sie mit Gunda Niemann-Stirnemann aneinander, dann folgte der „Zickenkrieg“ mit Anni Friesinger. (sid, dpa)