27.09.2016
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Fünf Spiele in 15 Tagen: Fortuna Köln steht vor Mammutaufgabe

PIC Fortuna Biada

Julius Biada von Fortuna Köln.

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imago/Eibner

Köln -

Nicht der FC Bayern München, nicht Borussia Dortmund und auch nicht RB Leipzig. Nein, der SC Fortuna Köln verspricht dem Zuschauer das größte Spektakel - jedenfalls gemessen an der Anzahl der Tore. 82 Treffer fielen in den bislang 25 Saisonspielen des Südstadt-Klubs. Das ist Bestwert im deutschen Profifußball. 43 Gegentore, ebenfalls ligaübergreifender Höchstwert, kassierte der Tabellenneunte bei 39 eigenen Treffern, was die Kölner zum drittgefährlichsten Team der Liga macht.

"Eigentlich bin ich kein Trainer, der lieber ein 4:4 als ein 0:0 sieht", kommentiert Fortuna-Coach Uwe Koschinat diese Zahlen. "Aber unser Spielstil ist nun einmal so, dass wir im Normalfall das Heft des Handelns in der Hand haben möchten." Immerhin geht das Spektakel nicht mehr vorwiegend auf Kosten der Kölner. Regelmäßige Abreibungen gehören vorerst der Vergangenheit an, auch weil sich Kölns Sturmduo Marco Königs und Julius Biada enorm treffsicher präsentiert. "Diese Offensivqualität hatten wir in der vergangenen Saison einfach nicht", sagt Koschinat.

Dass das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr, Südstadion) erneut torreich wird, bezweifelt Fortunas Trainer allerdings. "Ich glaube nicht, dass Wiesbaden das erlaubt, dafür sind sie eigentlich zu kompakt", lobt Koschinat die Defensive um den Ex-FC-Profi Kevin Pezzoni.

Große Verletzungssorgen

Allerdings ist momentan nicht die Analyse des Gegners die größte Baustelle des Trainers. Er hat eigene Sorgen: Im Mittelfeld kämpft die Fortuna momentan mit erheblichem Verletzungspech - und das ausgerechnet vor zwei englischen Wochen und fünf Spielen binnen 15 Tagen. Neben dem langzeitverletzten Markus Pazurek muss Koschinat definitiv auf Oliver Schröder und Kristoffer Andersen verzichten (beide Muskelfaserriss). Christopher Theisen (Rücken), Cauly Oliveira Souza und Biada (beide Oberschenkel) konnten zuletzt nur eingeschränkt trainieren, allerdings hofft der Coach bei diesem Trio noch auf eine rechtzeitige Genesung.

Erneut wird Daniel Flottmann eine der Lücken füllen. "Ich kann schon mal verraten: Er spielt, auf welcher Position und in welchem System wird sich noch zeigen", sagt Koschinat. Fortunas Kapitän hatte zuletzt zweimal einen unaufgeregten Aushilfs-Rechtsverteidiger gegeben, während er beim 2:3 gegen Holstein Kiel im defensiven Mittelfeld kaum Zugriff aufs Spiel bekommen hatte. "Aber er verleiht der Mannschaft so eine gewisse Aura", erklärt Koschinat. "Und mit ihm kommt natürlich noch einmal eine unglaubliche Kopfballstärke in unsere Defensive."

Im Hinspiel ging dieser Plan nicht auf. Nach Flottmanns Einwechslung in der 73. Minute kassierten die Kölner noch zwei Treffer und unterlagen 0:3. Auch das war ein Schritt zu Fortunas Tor-Rekord.