27.08.2016
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1. Bundesliga: VfL Wolfsburg verspielt Führung

Zweikampf zwischen Makoto Hasebe (r.) und Nürnbergs Mike Frantz.

Zweikampf zwischen Makoto Hasebe (r.) und Nürnbergs Mike Frantz.

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dpa

Wolfsburg -

Mit einem Doppelschlag binnen fünf Minuten hat
der 1. FC Nürnberg in einem bereits verloren geglaubten Spiel bei
seinem Ex-Trainer Dieter Hecking noch einen Punkt gerettet. Der
"Club" holte beim VfL Wolfsburg am Sonntag ein 2:2 (0:2). Timmy
Simons (61. Minute und Per Nilsson (66.) egalisierten die Wolfsburger
Halbzeitführung durch Diego (2.) und Ivica Olic (27.). Beide Teams
entfernten sich weiter von den Abstiegsplätzen: Nürnberg liegt nach
dem achten ungeschlagenen Spiel als Tabellenelfter der
Fußball-Bundesliga mit 35 Punkten elf Zähler vor dem
Relegationsplatz. Wolfsburg, das Hecking kurz vor Weihnachten von der
Nürnberger Bank verpflichtet hatte, ist mit 32 Punkten Zwölfter.

Bei den Gastgebern feierte Patrick Helmes vor 25 524 Zuschauern nach überstandenem Kreuzbandriss sein Saison-Debüt in der Wolfsburger Startelf. Der Ex-Nationalspieler bildete mit Ivica Olic das Wolfsburger Sturmduo in einem 4-4-2-System statt wie zuletzt mit einem Stürmer und einer Doppel-Sechs. Hecking, der vor seinem Wechsel 102 Mal auf der FCN-Bank saß, hatte auf sechs Positionen umgestellt. Bei Nürnberg hingegen gab es nur einen Wechsel.

Von Beginn an nahm das Spiel Fahrt auf, die Gastgeber erwischten
unter den Augen von Ex-Stürmer Edin Dzeko als Tribünengast einen
Start nach Maß. Diego wurde in zentraler Position gefoult, den
fälligen Freistoß aus gut 20 Metern verwandelte der Brasilianer mit
kurzem Anlauf dann selbst - gerade einmal 120 Spielsekunden waren
gespielt. Raphael Schäfer war in seinem 300. Pflichtspiel für den
"Club" ohne Chance.

Nürnberg war keineswegs geschockt; die Schüsse von Timothy
Chandler und Hiroshi Kioytake rollten nur ganz knapp am Pfosten
vorbei. Auf der Gegenseite vergab auch Slobodan Medojevic bei seinem
ersten Bundesligaspiel für Wolfsburg ebenfalls eine gute Chance.

Die Partie blieb unterhaltsam: Erneut Chandler prüfte Diego
Benaglio im Wolfsburger Tor (17.). Eine weitere sehenswerte
Einzelaktion brachte Wolfsburg das 2:0. Olic versenkte den Ball aus
20 Metern im linken Toreck. Der Kroate war damit an fünf der letzten
6 VfL-Treffer beteiligt. Nürnberg agierte bemüht, spielte aber zu
viel durch die Mitte und hatte dabei durch Ungenauigkeiten Probleme.
Wolfsburg nahm vor der Halbzeit etwas Tempo aus dem Spiel. Helmes
hätte kurz vor dem Pausenpfiff für die Entscheidung sorgen können,
traf aber nur den Pfosten.

Mit Wiederanpfiff gaben die Gastgeber das Spiel und den Vorsprung
aus der Hand, ließen Nürnberg zu sehr agieren. Die Franken standen in
der zweiten Hälfte näher am Mann, waren spritziger und wurden dafür
nach einer guten Stunde belohnt: Simons erzielte per Direktabnahme
aus 25 Metern das nächste sehenswerte Tor. Nur wenig später traf
Nilsson nach Kiyotakes Freistoßflanke zum Ausgleich.

In der Schlussphase suchten beide Teams den Siegtreffer. Hecking
ging mit der Hereinnahme von Bast Dost als dritten Mittelstürmer noch
mehr Risiko. Die größte Chance aber hatte der eingewechselte
Nürnberger Tomas Pekhart mit einem Lattentreffer (82.). (dpa)