26.07.2016
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3:2 gegen Stuttgart: FC Bayern macht das Triple perfekt

Der DFB-Pokal in Händen - das Triple perfekt. Der FC Bayern im Jubelrausch.

Der DFB-Pokal in Händen - das Triple perfekt. Der FC Bayern im Jubelrausch.

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REUTERS

Berlin -

Das Wichtigste zuerst:

Der FC Bayern hat sich endgültig aller irdischer Fesseln entledigt und als erster deutscher Klub das Triple gewonnen. Durch den 3:2 (1:0)-Sieg in einem am Ende dramatischen Endspiel des DFB-Pokals schenkte die Mannschaft des FC Bayern ihrem Trainer Jupp Heynckes zum Abschluss den dritten Titel in dieser Spielzeit und einen festen Platz auf der Ehrentafel des deutschen Fußballs.

Die Tore:

1:0 (Müller/36.): Philipp Lahm rauscht mit dem Ball am Fuß und den Glaube an den Erfolg im Herzen über die rechte Seite in den VfB-Strafraum, wo er von seinem physischen Zwilling Arthur Boka nur durch einen Rempler gestoppt werden kann. Den anschließenden Elfmeter verwandelt Thomas Müller.

2:0 (Gomez/48.): Lahm mogelt sich wieder in den Strafraum, legt dieses Mal aber quer, bevor er gefoult werden kann. Zum Glück für den freistehenden Mario Gomez so fest, dass der Ball zwischen den Beinen des Angreifers umherflippert und so ins Tor gelangt.

3:0 (Gomez/60.): Sie kennen das: Pass in den Strafraum, Querpass, Tor. In diesem Fall Müller auf Gomez. Und locker versenkt statt unfreiwillig bugsiert.

3:1 (Harnik/71.): Der eingewechselte Sakai versucht es mit einem Trick aus der Vergangenheit: Einer Flanke aus dem Halbfeld. Die Bayern sind so überrascht, dass Martin Harnik unbedrängt per Kopf den Anschlusstreffer erzielen darf.

3:2 (Harnik/80.): Nachdem gefühlt die halbe VfB-Mannschaft hintereinander auf das FCB-Tor geschossen und einmal den Pfosten getroffen hat, schießt Harnik Neuer an, trifft im zweiten Versuch aber zum 2:3.

Das war gut:

Natürlich – wie immer im Jahr 2013 – der FC Bayern München. Variabler Spielaufbau, kaum aufzuhaltende Außenspieler sowie ein vor allem in der ersten Hälfte sensationeller Manuel Neuer. Die Suche nach Schwachstellen beim derzeit wohl besten Team der Welt fällt schwer – und ist auch eigentlich gar nicht angebracht. Sogar Ersatz-Stürmer und Doppeltorschütze Mario Gomez war gut, obwohl er dafür nicht einmal gut spielen musste. Aber auch die Moral der Stuttgarter, die trotz des zwischenzeitlichen 0:3-Rückstandes den Zuschauern noch einmal einen packenden Fußball-Abend bescherten.

Das war schlecht:

Richtig schlecht waren eigentlich nur drei bayrische Fußballfans, die sich am Samstagnachmittag auf dem Berliner Kurfürstendamm recht spektakulär von einem Hütchenspieler austricksen ließen und in wenigen Minuten mehrere hundert Euro verloren. Nicht ganz so dramatisch aber dennoch nicht ganz gelungen war die – unfreiwillige – Farbgestaltung im Olympiastadion. Da beide Fangruppen hauptsächlich in weiß-rot und rot-weiß gekleidet waren, war das Stadion nicht, wie sonst bei Finalspielen üblich, in zwei Farben unterteilt.

Moment des Spiels:

Nach rund 70 Minuten entrollen die die Bayern-Fans etwas voreilig drei Riesige Banner mit den Trophäen aus DFB-Pokal, Champions League und Meisterschaft. Mitten hinein in dieses eigentlich recht schön anmutende Bilderspiel fällt das 1:3 – die Wende hin zu einer entfesselten Schlussphase.

Moment zum Vergessen:

Die Pfiffe der Stuttgarter Fans vor dem Spiel gegen Mario Gomez, der dem VfB rund 30 Millionen Ablöse und vor seinem Wechsel nach München ungefähr 25 Millionen Tore beschert hatte.

Das sagen wir:

Der FC Bayern hat 3:2 gegen einen wacker kämpfenden VfB gewonnen und sich das Triple verdient. Nicht mit der fehlerlosen Dominanz der vergangenen Wochen, dafür aber mit dem unbedingten Willen, den eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen. Eine Tugend, die dieser Spieler-Generation in den Jahren zuvor regelmäßig abgesprochen wurde.