29.09.2016
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Bundesliga - 26. Spieltag: Von Helden und von Mutter Erde

Endlich erfolgreich zurückgekehrt: Nuri Sahin.

Endlich erfolgreich zurückgekehrt: Nuri Sahin.

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REUTERS

Das war der 26. Bundesliga-Spieltag. Haben wir neue Erkenntnisse?

Die neuen Super-Welttraumteleskope in der Atacama-Wüste von Chile haben Zuckermoleküle in der Nähe einer jungen Sonne gefunden und damit einen weiteren Hinweis darauf, dass Leben außerhalb der Erde wahrscheinlich ist.

Erkenntnisse aus dem Bereich der Fußball-Bundesliga bitte!

Das ist schwerer. Der FC Bayern wird demnächst Meister, Borussia Dortmund Zweiter, der Rest scheint in seiner derzeitigen Verfassung nicht geeignet, nächste Saison an der Champions League überhaupt teilzunehmen.

Täuscht der Eindruck, oder haben die Dortmunder sehr gejubelt über ihren 5:1-Sieg gegen Freiburg?

Der Eindruck täuscht nicht. Erstens jubeln die Dortmunder immer sehr, wenn sie gewinnen. Zweitens war die erste halbe Stunde gegen Freiburg so schlecht, dass ein Sieg unwahrscheinlich schien. Drittens hat sich in diesem turbulenten Spiel der nach Hause zurückgekehrte Nuri Sahin mit einer Torvorlage und zwei Treffern als Held zurückgemeldet.

Das hat Trainer Jürgen Klopp bestimmt gefreut, denn am Sinn der teuren Rückverpflichtung des Ex-Kapitäns wurde schon gezweifelt.

Ja, hat es. Klopp hat die Anfangsprobleme des türkischen Nationalspielers im Bereich der Psyche geortet. Zitat: „Das Selbstvertrauen ist ein kleines Dreckspflänzchen, das schnell zertreten wird.“

Kann es sein, dass Dreck im Fußball Mode ist? Überall wimmelt es von dreckigen Siegen, und Uli Hoeneß hat den Begriff vom schönen Dreck geprägt, den seine Mannschaft spiele. Was ist da los?

Dazu müsste man einen Psychologen befragen. Womöglich ist es die innerhalb der immer artifizieller werdenden Fußball-Welt größer werdende Ur-Sehnsucht nach dem Suhlen in der Mutter Erde.

Wie hat sich nach dem Spiel der Verlierer Freiburg gefühlt?

Schlecht. Trainer Joachim Streich, der sich den Glauben an das Gute im Menschen nicht verbieten lassen möchte, klagte über die „wahnsinnige Unruhe“ in seinem Team, die dadurch entstehe, dass seine Spieler von Agenten angeboten würden „wie auf dem Viehmarkt“. Sie sind offenbar alle ein bisschen zu gut geworden.

Kann man das vom FC Schalke 04 auch behaupten?

Nein. Seit dem Derby-Sieg gegen den BVB am vergangenen Wochenende ist wieder alles so wie vorher. Die Mannschaft verliert Spiele, die sie dominiert. Diesmal 0:3 in Nürnberg. Und Trainer Jens Keller erscheint mehr denn je wie der Statthalter von Armin Veh, der aus gemeinsamen Stuttgarter Tagen ein Freund des Schalke-Managers Horst Heldt ist und im Sommer aus Frankfurt kommen soll.

Aber es dementieren doch alle . . .

Genau. Das Dementi ist im Fußball Stufe zwei auf der Nachrichten-Leiter vom Gerücht hin zur Tatsache. Passt also schon.

Und was ist Stufe drei?

Die Nachricht selbst. Diese Leiter hat nur drei Stufen.

Wer steigt denn nun gemeinsam mit Greuther Fürth direkt ab in die Zweite Liga? Der FC Augsburg oder 1899 Hoffenheim?

Seit dem glücklichen Augsburger 1:0-Sieg beim Hamburger SV ist das eine eher rhetorische Frage. Zwar ist der Hoffenheimer Rückstand von vier Punkten auf Platz 16 in acht Spielen theoretisch leicht aufzuholen. Aber so lange die Gründe für sein Zustandekommen nicht beseitigt werden und Spiele zustande kommen wie das schreckliche 0:0 gegen Mainz 05, ist das unwahrscheinlich.

Noch mal zum Anfang. Gab es neue Erkenntnisse?

Wenn man lange genug sucht, schon. Schiedsrichter Michael Weiner hat in Dortmund einen bereits verhängten Elfmeter zurückgenommen. Mario Götze fiel im Strafraum. Der Unparteiische entschied auf Elfmeter, befragte dann seinen Assistenten und nahm den Elfmeter zurück. Das ist so schön und selten wie ein Zuckermolekül am Rand der Galaxie.


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