29.07.2016
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Bundesliga - 27. Spieltag: „Wir haben Beulen am Kopf“

Jürgen Klopp

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Köln -

So, das war der 27. Spieltag. Gibt es neue Erkenntnisse?

Außer, dass die Spieler des FC Bayern München in diesem Jahr wohl nur so siegeshungrig sind, weil sie im Training immer von ihrer B-Elf böse verhauen werden, eigentlich nicht.

Das leuchtet ein. War das denn wirklich alles?

Natürlich nicht. Es war ja Ostern.

Auch das klingt plausibel.

Ja. Und da über die Feiertage im Fernsehen ja immer Gemetzel-Blockbuster gezeigt werden, waren die Spieler des VfB Stuttgart sehr aggressiv. So ungefähr haben es die Dortmunder gesehen, obwohl sie 2:1 gewonnen hatten.

Oje. Die armen Borussen...

Jürgen Klopp war jedenfalls erbost ob der Stuttgarter Kampfeslust – und eingeschüchtert: „Wir haben Beulen am Kopf, Risswunden am Fuß, einen Nasenbeinbruch bei Marcel Schmelzer. Es war ständig so wahnsinnig intensiv, dass es mir einfach zu viel war und ich irgendwann Angst hatte, dass noch mehr passiert. Das passiert mir beim Fußball nicht oft.“

Huch. Da hat sich Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia später sicherlich für das rüde Auftreten entschuldigt.
Hmm. Labbadias Analyse lässt andere Schlüsse zu: „Ich habe das Gefühl, dass Dortmund meint, sie stehen unter Artenschutz. Zweikämpfe gehören zum Fußball.“

Keine Feiertagsharmonie also.

Na ja, immerhin blieb die medizinische Bewertung Klopps unwidersprochen: „Der Bruch war eindeutig. Die Nase stand in alle Richtungen.“

Das klingt gruselig.

Allerdings. Und in Bremen spielten sich parallel sogar dramatische (Film-)Szenen ab.

Mit Darsteller Thomas Schaaf?

Natürlich. Der Werder-Trainer guckt ja neuerlich immer wie versteinert, weil seine Spieler so komische Dinge fabrizieren. Jede Woche geht das so, wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Oder das Murmelschaaf. Na ja, jedenfalls war es gegen Mainz schon nach 12,6 Sekunden wieder so weit. Da hatte Adam Szalai zum 1:0 getroffen.

Das ist beeindruckend.

Viel beeindruckender ist es für den Chips essenden Fernsehzuschauer eigentlich, dass man in 12,6 Sekunden überhaupt die 50 Meter bis zum Tor laufen kann. Dass die irgendwie nicht mehr so Bremenmäßig spielenden Bremer in den bloß noch verbleibenden 89 Minuten und 47,4 Sekunden tatsächlich ausgeglichen haben, war auch recht passabel.

Ist denn gar nichts wirklich Schönes passiert? In Freiburg ist doch sonst immer alles nett und fluffig!

Ja, das stimmt. Angeblich hat im Breisgau sogar die Sonne geschienen. Zumindest für Max Kruse, obwohl er sich selbst aus der Europa League geschossen hat.

Moment mal. Wie jetzt?

Na ja, der Stürmer hat beide Tore zum 2:0-Sieg gegen Mönchengladbach erzielt. Ab Sommer spielt Kruse aber wohl für die Borussia und wird dann im Fernsehen eventuell zusehen müssen, wie sich sein Ex-Klub dank seiner Tore durch Europa kombiniert. „Ihr habt Kruse nicht verdient“, sangen die Freiburger Fans deshalb.

Die Geschichte ist aber gar nicht so schön wie angekündigt. Favre hat sich ja wohl dennoch für seinen neuen Stürmer gefreut.

Bestimmt. Aber bei Favre weiß man ja nie so genau, was er gerade fühlt, weil er immer so leise und freundlich ist. Und weil das so ist, hat der liebe Lucien dann auch ganz liebe Dinge über die lieben Freiburger gesagt: „Wir müssen nicht diskutieren. Sie sind viel besser als wir: Spielerisch, technisch, Ballannahme. Punkt!“

In Ordnung, das war rührend. Da hatte Kruse bestimmt schon Heimweh, obwohl er ja noch in Freiburg ist. Damit ist das Herz-Schmerz-Kapitel aber wohl beendet, oder?

Absolut nicht. Das wahre Gefühlskino gab es in Hoffenheim.

Weil sie 0:3 auf Schalke verloren haben und quasi mit einem Geldtopf in der Zweiten Liga stehen?

Nein, es war ja Ostern. Die Zeit der Comebacks. Nachdem Tim Wiese zuletzt erst aus dem Hoffenheimer Tor, dann aus dem Kader und sogar aus dem geliebten Kraftraum verbannt worden war, darf er nun wieder mit den anderen Profis trainieren.

Zauberhaft. Am Ende ist ja auch im Fernsehen meist immer alles gut. Und wenn nicht alles gut ist, dann ist es auch nicht das Ende. Das ist wohl die wahre Erkenntnis des Spieltags.

Eher nicht.

Nein?

Nur bedingt. Denn spektakulärer ist, dass Patrick Helmes tatsächlich noch 90 Minuten Bundesliga-Fußball spielen kann trotz rund 46 Knieoperationen und unzähliger Probleme in Wolfsburg. Beim 2:2 gegen Nürnberg waren sein früherer Peiniger Felix Magath und die Verletzungen weit weg.

Oh, und was schließen wir nun daraus?

Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Fragen Sie mal den HSV.


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