28.07.2016
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Bundesliga-Kolumne: Von Bierofka und Baumeister Bob

Münchens Daniel Bierofka (links).

Münchens Daniel Bierofka (links).

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dpa

So, der 19. Spieltag, was muss man sich da merken?

Nun, der Fußball-Profi Daniel Bierofka …

… Moment mal, der spielt doch gar nicht mehr in der Bundesliga.

Nein, der spielt bei 1860 München und …

… die Zweite Liga hat noch gar nicht wieder angefangen …

Kann mal hier mal ausreden, bitte? Danke. Schiedsrichter Robert Hartmann hat dem Spieler Daniel Bierofka die Nase gebrochen.

Das ist natürlich wirklich mal interessant. Was ist denn da passiert? Greift die Gewalt jetzt auch noch von dieser Seite nach dem Fußball?

Also, es war so: Beim Testspiel der Münchner gegen den VfR Aalen sind Spieler und Schiedsrichter aneinandergerasselt, im Eifer des sportlichen Gefechts wohlgemerkt. Und mit seinem Arm hat Schiedsrichter Hartmann bei dieser Gelegenheit des Spielers Nasenbein erst getroffen und dann zertrümmert.

Ja, und jetzt?

Jetzt wird Bierofka wohl zum Rückrundenstart der Zweiten Liga mit einer Gesichtsmaske antreten. Und, nein, bevor die Frage kommt: Der Schiedsrichter ist nicht vom Platz geflogen. Wie auch?

Aha. Und die Bundesliga – was war denn jetzt da los?

Nun, es gibt regelrechte Stehversuche am Ende der Tabelle. Vor allem Fürth (0:3 gegen Mainz) und Hoffenheim (1:2 in Frankfurt) melden mit Nachdruck ihr offenbar rauschendes Interesse an der – und da sind wir nämlich wieder – Zweiten Liga an.

Was ist denn in Fürth los?

Der Kollege Jan-Christian Müller war dort, hat sich das Elend angesehen und erzählt diese kleine Geschichte: „Weh tat schon vor dem Anpfiff, dass sich der in der Vorrunde beste Fürther, Edgar Prib, beim Hallentraining einen Anriss des Syndesmosebandes zugezogen hatte. Der Mittelfeldspieler war am Kunstrasen hängen geblieben. Ein Hallentraining hatten die Fürther nur deshalb ansetzen müssen, weil ihr Übungsplatz keine Rasenheizung besitzt und wegen des anhaltenden Winterwetters nicht bespielbar war. Bleibt als einziges Ausweichspielfeld das Stadion, in dem jedoch nicht täglich trainiert werden konnte, um den Rasen vor dem Spiel gegen Mainz nicht zu stark zu beanspruchen.“

Das ist ja in gewisser Weise schrecklich.

Ja, durchaus, der Klub ist mit dem Aufstieg bislang nicht zurechtgekommen. Ins Stadion kommen nur noch 14 000 Zuschauer, und Trainer Mike Büskens bedauert sich und seinen Klub: „Wir haben zweieinhalb Jahre lang wahnsinnig viel Energie in das Projekt gesteckt, um Bundesliga zu fühlen und zu erleben. Und wenn du dann eine zweite Halbzeit erlebst, in der der Gegner drei Tore schießt, dann tut das weh.“

Kann man verstehen. Und wie ist das mit Hoffenheim?

Da führt Neu-Trainer Marco Kurz noch das große Wort und sagt: „Es wäre Quatsch, jetzt aufzugeben. Wir wissen, dass es sauschwer wird, aber wir schaffen das.“

Klingt wie Bob, der Baumeister.

Mit einem Unterschied: Bob, Wendy und Knolle schaffen es am Ende ja irgendwie immer.

Und Hoffenheim nicht?

Nein, wie denn?

Was ist mit Augsburg?

Augsburg punktet immerhin gegen Schalke und hat sich jetzt vor Hoffenheim auf Platz 16 vorgedrängelt. Aber die Geschichte dieses Punkts führt eigentlich an das andere Ende der Tabelle, nämlich zum FC Schalke 04, der sich in Augsburg mit einem 0:0 begnügt hat. Wobei – anderes Ende der Tabelle ist ein bisschen übertrieben für Platz sechs mit Abwärtstendenz.

Was sagen sie denn auf Schalke dazu?

Der immer noch neue Trainer Jens Keller sieht das Positive: „Dass wir hinten die Null gehalten haben, war unheimlich wichtig.“ Lewis Holtby war weniger zufrieden: „Für einen Champions-League-Aspiranten reicht das nicht.“ Und da hat er recht.

Wann geht Holtby eigentlich nach England?

Auf Schalke sollten sie dringend hoffen, dass Tottenham erst im Sommer zugreift. Denn trotz einer für seine Verhältnisse eher mäßigen Leistung war Holtby noch der beste Schalker.


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