31.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | DFB-Auswahl: Podolski gegen die jungen Wilden
24. March 2013
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DFB-Auswahl: Podolski gegen die jungen Wilden

Per Mertesacker (links) und Lukas Podolski beim Training

Per Mertesacker (links) und Lukas Podolski beim Training

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dpa

Herzogenaurach -

Lukas Podolski im Mittelpunkt jubelnder Nationalspieler: Was auf einem riesigen Plakat im Pressekonferenzraum in Herzogenaurach bei Ausrüster adidas zu sehen ist, entspricht immer seltener der Realität. Der 27-Jährige hat inzwischen zwar 108 Länderspiele absolviert, im Mittelpunkt steht Podolski bei der Nationalmannschaft aber längst nicht mehr.

Nicht erst seit der EURO 2012 laufen dem England-Legionär vom FC Arsenal die jungen Wilden den Rang ab. Mehr denn je muss Podolski um seinen Platz in der DFB-Auswahl fürchten. Schon am Freitag beim 3:0 in Astana hatte Bundestrainer Joachim Löw Julian Draxler den Vorzug vor Podolski gegeben.

Erst als sich der 19 Jahre alte Schalker verletzte, durfte Poldi ab der 20. Minute ran. Auch am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in Nürnberg erneut gegen Kasachstan droht ihm die Reservistenrolle. Mit seinem derzeitigen Status als Ersatzspieler scheint er sich aber arrangiert zu haben. „Natürlich möchte ich immer spielen. Aber ich habe bei der Nationalmannschaft schon so viel miterlebt. Einmalige Momente. Ich habe jetzt 108 Länderspiele. Und wenn ich da nun mal von der Bank komme, dann ist es für mich kein Beinbruch“, sagte der Offensivspieler im Interview mit der Bild am Sonntag: „Die WM in Brasilien startet nicht am Dienstag in Nürnberg gegen Kasachstan. Sondern 2014 mit der Vorbereitung auf das Turnier.“

Doch nach aktuellem Stand wird es trotz aller Wertschätzung von Löw für den erfahrensten Akteur in seinem Kader, der mit seinen 108 Einsätzen (44 Tore) in der „ewigen“ DFB-Liste immerhin mit Jürgen Klinsmann auf Platz drei gleichzog, ziemlich eng - ein Stammplatz erscheint gar unrealistisch. „Auslaufmodell“ Podolski muss sich nicht nur der Konkurrenz von Draxler erwehren.

allem Marco Reus (23) und Mario Götze (20) sind am früheren Kölner längst vorbeigezogen. Auch Andre Schürrle (22) ist für den Bundestrainer auf der linken Außenbahn eine Alternative. Doch für Podolski, dessen Spielweise im Vergleich zu Reus und Co. oft etwas angestaubt wirkt, bleibt die WM 2014 in Brasilien das große Ziel. Ob seine dritte WM auch seine letzte wäre, will er noch nicht entscheiden. „Ich bin dann 29 Jahre alt. Und wenn es Richtung 30 geht, muss man schauen, wie man sich fühlt, welche Gedanken man hat nach so einem Turnier. Und dann wird man für sich entscheiden, was das Richtige ist“, meinte er zwar: „Aber grundsätzlich habe ich das Ziel, so lange wie möglich zu spielen.“

In England fühlt sich Podolski, der im vergangenen Sommer vom 1. FC Köln zu den Gunners wechselte, ausgesprochen wohl. Deshalb sei es trotz Angeboten von Klubs wie Juventus Turin „unwahrscheinlich“, dass er den Klub vor Ablauf seines Vertrages 2016 verlassen wird: „Weil ich mich im Klub und in der Stadt wirklich wohlfühle. Dort hat man als Spieler seine Ruhe. Das schätze ich sehr. Deshalb kann ich ganz ehrlich sagen: Ich bereite keinen Wechsel vor.“

Allerdings, so Podolski, sei eine erneute Rückkehr zum derzeitigen Zweitligisten Köln irgendwann gut vorstellbar. „Jeder weiß, wie sehr mein Herz an Köln und dem FC hängt“, sagte Podolski: „Da ist alles möglich.“ Vielleicht gibt es auch irgendwann wieder einen Podolski in der Nationalmannschaft, der im Mittelpunkt steht und jubelt... (sid)