28.09.2016
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Europa League: Millionenspiel gegen Molde

Die Stuttgarter Serdar Tasci (rechts) und Martin Harnik.

Die Stuttgarter Serdar Tasci (rechts) und Martin Harnik.

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dpa

Stuttgart -

Der VfB Stuttgart bekommt den Gruppenzwang des deutschen Fußballs zu spüren. Bereits sechs Bundesligisten haben das Überwintern in Europa League oder Champions League sicher - die Schwaben wollen nun den historischen Erfolg perfekt machen. Mit einem Sieg im letzten Spiel der Gruppe E gegen Molde FK am Donnerstag (19.00 Uhr) kann die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia aus eigener Kraft den zweiten Einzug in die Zwischenrunde der Europa League nach 2010/11 schaffen. Dann würden erstmals sieben Fußball-Bundesligisten in Europa überwintern.

„Wir haben es selber in der Hand“, hatte Kapitän Serdar Tasci schon nach der 5:1-Gala gegen Steaua Bukarest vor zwei Wochen gesagt. „Wir wollen nach der Winterpause noch ein paar Wochen oder Monate genießen“, meinte Mittelfeldspieler Christian Gentner. Das mögliche Aus würde die Stuttgarter schwer treffen.

Labbadia muss gegen das bereits ausgeschiedene Molde personell weiter improvisieren. Da der etatmäßige Sechser William Kvist wegen einer Mittelfußverletzung für dieses Fußballjahr ausfällt, könnte der 46-Jährige wie schon beim 1:0 am Samstag gegen die SpVgg Greuther Fürth auf Gentner und Zdravko Kuzmanovic als doppelte Absicherung vor der Viererkette setzen.

Auch Umstellungen in der Offensive sind für das Millionenspiel gegen Molde denkbar. So könnte Martin Harnik wieder in die Startelf rutschen - auch wenn der sonst unverzichtbare Österreicher gegen die Franken nach seiner Einwechslung weit unter Niveau spielte.

Der VfB hat an die Norweger jedenfalls keine guten Erinnerungen. Am 4. Oktober kassierten die Schwaben mit einem 0:2 ihre einzige Niederlage in dieser Europa-League-Saison. Seit diesem 2. Spieltag rappelten sich Vedad Ibisevic & Co. jedoch auf und holten aus den folgenden drei Partien sieben Zähler. Sogar der Gruppensieg ist noch drin. Dafür muss der VfB (8 Punkte) gegen Molde (3) gewinnen, Bukarest (10) gegen den FC Kopenhagen (7) darf nicht.

Der Respekt vor dem Club aus dem 26.000 Einwohner Städtchen an der Westküste Norwegens ist aber nicht nur wegen des Hinspiels groß. Unter Trainer Ole Gunnar Solskjær, dem früheren Torjäger von Manchester United, holte Molde zweimal in Serie die Meisterschaft.

Borussia Mönchengladbach

Nach mehrwöchiger Verletzungspause ist die Leidenszeit des Torjägers Luuk de Jong von Borussia Mönchengladbach beendet. „Es war eine harte Zeit für mich. Umso schöner ist es, jetzt wieder dabei zu sein. Ich hoffe, dass ich ein paar Minuten spielen darf. Aber mal schauen, wie der Trainer entscheidet“, sagte de Jong vor dem Abflug zum bedeutungslosen Gruppenfinale in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky).

Auf der Reise zum türkischen Rekordmeister vermisste de Jong allerdings einige Mitspieler. Trainer Lucien Favre ließ Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen ebenso daheim wie Tony Jantschke, Martin Stranzl, Havard Nordtveit, Juan Arango, Thorben Marx, Lukas Rupp, Igor de Camargo und den gelbgesperrten Patrick Herrmann. Der fünfmalige deutsche Meister hat als Gruppenzweiter hinter Istanbul die K.o.-Runde erreicht. Kein Wunder, dass Favre seinen Stammspielern nach vielen englischen Wochen eine Pause gönnt. Trotzdem soll die Reise nicht als Betriebsausflug angesehen werden. „Wenn ich auf dem Platz stehe, gebe ich immer hundert Prozent und ich will unbedingt gewinnen. Im Hinspiel hatten wir einige Probleme mit Fenerbahce. Diesmal wollen wir es besser machen“, sagte Alvaro Dominguez mit Blick auf die 2:4-Niederlage im ersten Vergleich. Der spanische Innenverteidiger will dennoch Spaß haben. „Unsere Anhänger sollen die Tour nutzen, um ordentlich Party zu machen. Für uns ist es ein Spiel zum Genießen“, sagte Dominguez. Rund 3000 Anhänger werden den fünfmaligen deutschen Meister in Istanbul unterstützen

Hannover 96

Ajax Amsterdam, FC Liverpool, Atletico Madrid, Inter Mailand, Fenerbahce Istanbul oder Lazio Rom - Hannover 96 droht in der Zwischenrunde der Europa League ein Hammerlos. Und so wird das Endspiel um den Gruppensieg bei UD Levante am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Kabel1) für die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka zu einem kleinen Finale. „Wir wollen Gruppenerster bleiben und benötigen dafür einen Punkt“, sagte Torwart Ron-Robert Zieler vor dem Duell mit dem Stadtteilklub aus Valencia. Mit einem Unentschieden würden die Niedersachsen den derzeitigen Tabellenzweiten auf Distanz halten - und in der ersten K.o.-Runde Mitte Februar einem ganz Großen zunächst aus dem Weg gehen.

Rang eins würde sich aber auch finanziell lohnen: Die UEFA überweist 400.000 statt 200.000 Euro an den Gruppensieger. Doch die 90 Minuten an der spanischen Mittelmeerküste werden für Hannover alles andere als ein Selbstläufer. Levante ist im heimischen Stadion in Europa noch ungeschlagen. (dpa/sid)


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