24.08.2016
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FC Schalke 04: Heynckes reagiert gelassen

Jupp Heynckes

Jupp Heynckes lässt seine Zukunft offen.

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rtr

Gelsenkirchen/München -

Trotz eines kleinen Schrittes aus der sportlichen Krise gehen die Diskussionen um die Nachfolge von Trainer Jens Keller beim FC Schalke 04 mit unverminderter Intensität weiter. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Montag) soll der scheidende Bayern-Coach Jupp Heynckes im Sommer nach Gelsenkirchen zurückkehren. Der angeblich umworbene Trainer reagierte nach der Ankunft der Münchner in London am Nachmittag gelassen. „Was kann ich dazu sagen? Ich kann nicht verhindern, dass in dem einen oder anderen Club, wo es um die Trainerposition geht, mein Name genannt wird. Ich nehme das zur Kenntnis.“

Zu seinen Zukunftsplänen wolle er sich „frühestens“ am Saisonende „oder wenn ich mich dann zurückgezogen habe“ konkret äußern, ergänzte Heynckes. Von Schalker Seite gab es ebenfalls keine erhellende Stellungnahme. „Unser Kommentar dazu lautet: kein Kommentar“, richtete Pressesprecher Thomas Spiegel aus.

Der 67 Jahre alte Heynckes, der am Morgen mit dem Bayern-Team zum Champions-League-Achtelfinale beim FC Arsenal geflogen war, saß bereits von Juli 2003 bis September 2004 als Cheftrainer auf der Bank der „Königsblauen“, wurde damals nach einem Fehlstart in die neue Saison jedoch durch Ralf Rangnick ersetzt.

„Das kann ich mir jetzt überhaupt nicht vorstellen. Das ist wohl ein kleiner Aprilscherz“, kommentierte der mit Heynckes gut befreundete Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor dem Abflug nach London die Spekulationen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schloss ein Engagement des Fußball-Lehrers beim Revierclub zumindest nicht aus: „Er macht einen super Job bei Bayern München. Ich weiß aber nichts über die Pläne von Schalke und Jupp Heynckes.“

Ob das Interesse an Heynckes mehr als eine wilde „Spekulation“ ist, wie Manager Host Heldt meinte, wird sich zeigen. Die „Bild“ führte einige einleuchtende Argumente für die Liaison mit dem in Mönchengladbach geborenen Heynckes an: Er besitzt nach wie vor sein Haus in Schwalmtal am Niederrhein nahe der niederländischen Grenze, nur etwa 90 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt.

Er fühlt sich fit genug, um weiter Tag für Tag auf dem Trainingsplatz zu stehen und er korrigierte vor Wochen die Bayern-Darstellung, er würde in den Ruhestand gehen, wenn ihm Josep Guardiola in München nachfolgt. „Ich höre beim FC Bayern auf. Aber ich habe nicht gesagt, dass ich meine Trainerkarriere beende“, sagte Heynckes seinerzeit. „Es sind noch fünf Monate Zeit.“

Dass Schalke zum 1. Juli einen erfahrenen Fußball-Lehrer mit großer Persönlichkeit sucht, ist längst ausgemachte Sache. Seitdem wird beinahe täglich spekuliert. Zuletzt wurde Stefan Effenberg als Kandidat genannt, obwohl der Ex-Nationalspieler noch über keinerlei Erfahrung im Trainergeschäft verfügt.

Zahlreiche weitere Namen wurden schon ins Spiel gebracht: Martin Jol (FC Fulham), Arsène Wenger (FC Arsenal), der sofort dementierte, Ex-Profi Mike Büskens, der mit Greuther Fürth den Klassenverbleib wohl nicht schaffen dürfte, und nicht zuletzt Armin Veh. Für Heldts Mitstreiter aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten spricht vor allem auch, dass er in Frankfurt seinen auslaufenden Kontrakt noch immer nicht verlängert hat.

Dass durch die brodelnde Gerüchteküche die Vorbereitung auf das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Galatasaray Istanbul leidet, ist fast unumgänglich. Der vom ersten Tag an umstrittene Keller versucht, die Diskussionen auszublenden und sein schwächelndes Team nach dem 2:2 in Mainz auf die Partie an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) im Hexenkessel von Istanbul vorzubereiten. Dort soll ein schlagkräftiges Team auflaufen, das ein gutes Ergebnis holt.
Zumindest gab es auch mal wieder eine gute Nachricht auf Schalke: Der in der Königsklasse schon viermal erfolgreiche Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hat seine Augenverletzung überwunden und ist wieder einsatzfähig. Nach einer weiteren Kontrolle gaben die Ärzte Grünes Licht, Huntelaar konnte am Nachmittag im Training wieder voll mitmischen und ist eine Option für die Startelf.

Dennoch bleibt die Schalker Personalnot groß beim türkischen Meister, der sich in der Winterpause mit den beiden Top-Stars Wesley Sneijder und Didier Drogba verstärkte. Es fehlen die verletzten Atsuto Uchida, Ibrahim Afellay, Kyriakos Papadopoulos, Ciprian Marica (Meniskus-OP), Christoph Moritz und Lars Unnerstall. Winterzugang Raffael ist nicht spielberechtigt, weil er im laufenden Wettbewerb schon für Dynamo Kiew gespielt hat. Große Hoffnungen ruhen auf Michel Bastos. Der Ende Januar von Olympique Lyon ausgeliehene Brasilianer rettete mit seinem „Doppelpack“ in Mainz das Remis. (dpa)