28.09.2016
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Financial Fairplay: Hoeneß attackiert Michel Platini

Immer für eine Diskussion gut: Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Immer für eine Diskussion gut: Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

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dpa

München -

Präsident Uli Hoeneß von Bayern München hat UEFA-Präsident Michel Platini zu konsequentem Handeln bei der Umsetzung des sogenannten Financial Fairplay aufgefordert. „Wenn Platini konsequent ist, muss er in den nächsten Jahren ein, zwei Große aus der Champions League rausschmeißen, um ein Zeichen zu setzen. Es nutzt jetzt nichts, Malaga rauszuschmeißen“, sagte Hoeneß dem Sender Servus-TV. Er sei gespannt, wie in den kommenden Jahren mit den Klubs umgegangen werden, „die permanent gegen dieses Financial Fairplay verstoßen“, sagte Hoeneß. Dies betreffe vor allem Platini selbst, er werde genau beobachten, wie der UEFA-Präsident „speziell mit seinen Freunden in Paris, in Mailand, in England bei Manchester City, beim einen oder anderen Verein, der eine dreiviertel Milliarde Schulden hat“, umgehen werde.

Hans-Joachim Watzke hält die Diskussion über „spanische Verhältnisse“ in der Fußball-Bundesliga für übertrieben und möchte sie vor allem nicht öffentlich führen. „Ich bin weit davon entfernt, den Klugscheißer der Liga zu spielen. Deshalb sollten wir das intern diskutieren“, sagte der Geschäftsführer des entthronten deutschen Meisters zu Sport1. Mit Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß, der die Debatte am Montag angestoßen hatte, werde er sich aber „sehr gerne“ über das Thema unterhalten, sagte Watzke.

Dennoch sieht er sie nicht als akutes Problem an. Momentan sehe die Entwicklung hierzulande zwar „ein bisschen so aus“, das zwei Teams nach dem Vorbild des FC Barcelona und Real Madrid die heimische Liga ohne Konkurrenz dominieren. „Ich glaube aber, dass es bei uns noch längst nicht so weit ist“, erklärte der BVB-Boss, der seinen Klub noch nicht auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister aus München und der restlichen Konkurrenz enteilt sieht: „Dafür müssen wir als Borussia Dortmund diese Konstanz erst einmal über Jahre nachweisen.“

Grundsätzlich sei es so, dass die Forderung nach international starken Mannschaft immer auch zu einem größeren Gefälle im nationalen Vergleich führe. „Wenn du dauerhaft Top-Mannschaften haben willst, werden die auch die Liga dominieren. Das ist in Spanien so, das ist auch in England so“, sagte Watzke.

Außerdem sieht er offenbar aktuell keinen Bedarf, für einen von außen gelenkten finanziellen Ausgleich zu sorgen: „Wir können uns nicht so weit in die Angelegenheiten anderer Klubs einmischen. Die sind für ihre positiven und negativen Entscheidungen selbst verantwortlich.“ Hoeneß hatte im kicker konstatiert, es gebe „ein großes Leistungsgefälle in der Liga. Das kann uns nicht recht sein. Wir müssen analysieren, warum das so ist. Wir sehen Handlungsbedarf“.

Vor allem die zuletzt klaren Ergebnisse wie das 9:2 der Bayern gegen den Hamburger SV oder das 6:1 der Dortmund bei der SpVgg Greuther Fürth hatten Hoeneß alarmiert: „Es kann auf Dauer nicht sein, dass solche Ergebnisse zustande kommen.“ (sid)


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