29.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Schock für „Club“: Hecking neuer Trainer bei Wolfsburg

Übernimmt in Wolfsburg: Dieter Hecking.

Übernimmt in Wolfsburg: Dieter Hecking.

Foto:

AFP

Nürnberg/Wolfsburg -

Hiobsbotschaft für den 1. FC Nürnberg: Auf den Tag genau drei Jahre nach dessen Amtsantritt hat der fränkische Fußball-Bundesligist überraschend seinen Trainer Dieter Hecking verloren. Der 48-Jährige wechselt in seine niedersächsische Heimat zum VfL Wolfsburg, wo er einen langfristigen Vertrag bis 2016 erhalten soll. Der neue VfL-Sportdirektor Klaus Allofs bestätigte am Samstag Angaben der „Bild am Sonntag“. Die offizielle Vorstellung Heckings soll in wenigen Tagen erfolgen.
Der neunmalige deutsche Meister wurde von der rasanten Entwicklung der vergangenen Tage nahezu überrollt. „Ich weiß, dass es ein Interesse von Wolfsburg gibt“, sagte „Club“-Sportvorstand Martin Bader noch am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Aber wir hoffen, dass er sich für uns entscheidet. Das ist mein großer Wunsch, dass ich Dieter Hecking überzeugen kann, weiter in Nürnberg zu bleiben.“

Konnte er nicht. Nur wenig später war der Weggang Heckings, der seit seinem Amtsantritt am 22. Dezember 2009 zum Frankenversteher aufgestiegen war, zum Leidwesen der Nürnberger perfekt. „Ich bin enttäuscht“, gestand Bader. „Ich bin enttäuscht, dass wir das, was wir angefangen hatten, nicht weitermachen.“

Vorwürfe wollte er Hecking nicht machen. „Wir werden nichts Schlechtes über ihn sagen.“ Bader stellte aber auch klar: „Ich bin verantwortlich für den 1. FC Nürnberg. Und ich kann keine Beweggründe nachvollziehen, wenn man vom 1. FC Nürnberg weggeht.“

„Natürlich spielen auch wirtschaftliche und familiäre Dinge eine Rolle“, hatte der Fußball-Lehrer in der „Bild am Sonntag“ seinerseits verdeutlicht. Seine Familie wohnt in Bad Nenndorf, nur rund 110 Kilometer von Wolfsburg entfernt. „Ich hatte mit Klaus Allofs gute Gespräche. Er hat mir erklärt, warum er mich unbedingt haben will und mir die Perspektiven aufgezeigt.“

Auch Huub Stevens im Gespräch

Hecking setzte sich damit auch gegen Bernd Schuster durch, dessen mögliche Verpflichtung bei Teilen der Fans Unmut ausgelöst hatte. Als Anwärter auf die Nachfolge von Interimscoach Lorenz-Günther Köstner galt auch der erst vor kurzem bei Schalke 04 geschasste Huub Stevens.

Nürnberg muss nun möglichst rasch einen Nachfolger für Hecking finden. „Wir werden uns über die Weihnachtstage in Ruhe Gedanken machen“, sagte „Club“-Sportvorstand Bader weiter. Ziel müsse es sein, den neuen Trainer rechtzeitig zum Trainingsauftakt nach der Winterpause am 3. Januar präsentieren zu können. „Natürlich wollen wir mit einem neuen Trainer in die Vorbereitung gehen.“ (dpa)