24.07.2016
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Interview mit Vettel: „Ich bin jetzt das schwarze Schaf“

Sebastian Vettel (rechts) steht neben Team-Kollegen Mark Webber auf dem Siegertreppchen

Sebastian Vettel (rechts) steht neben Team-Kollegen Mark Webber auf dem Siegertreppchen

Foto:

dpa

Sepang -

Herr Vettel, Sie haben kurz vor Schluss auf riskante Weise Ihren Teamkollegen Mark Webber überholt und so noch gewonnen. Wie bewerten Sie das Manöver?

Sebastian Vettel: „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich hätte meine Position halten müssen. Ich will bei der Wahrheit bleiben und mich bei Mark entschuldigen.“

Denken Sie, dass Sie Webber jetzt einen Sieg schulden?

Vettel: „Ich hätte die Teamanordnung nicht ignorieren dürfen, hätte mich besser benehmen müssen. Wenn es etwas zu sagen gibt, dann sprechen wir intern darüber. Wir haben genug Zeit dafür. Ich bin jetzt das schwarze Schaf. Ich kann mich nur bei Mark entschuldigen. Natürlich war das Manöver mit Absicht, aber ich wollte die Strategie nicht ignorieren. Man hat eine gewisse Verantwortung für das Team und die Leute, die das ganze Jahr in der Fabrik arbeiten.“

Welchen Einfluss hat dieses Rennen auf das Team und Ihr Verhältnis zu Mark Webber?

Vettel: „Wir haben schon schwierige Situationen in der Vergangenheit gehabt. Wir sind nicht die besten Freunde, aber es ist schwer, mit irgendjemandem im Fahrerlager befreundet zu sein. Ich respektiere Mark als Fahrer. Wir haben in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. Ich bin nicht stolz, auf das, was ich getan habe. Wenn ich noch mal in dieser Situation wäre, würde ich es anders machen. Aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern.“

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Was haben Sie in den letzten Runden gedacht?

Vettel: „Wie gesagt, ich habe die Strategie nicht mit Absicht ignoriert. Ich wusste erst nicht, dass ich einen Fehler gemacht habe. Erst als ich zurück an die Box kam, vom Team hörte und ein paar kurze Worte mit Mark gewechselt hatte, wusste ich: Ich habe Mist gebaut.“

Können Sie sich über diesen Sieg freuen?

Vettel: „Es tut mir nicht leid, dass ich gewonnen habe. Aber Mark ist ein starkes Rennen gefahren, er hätte gewinnen sollen.“