27.09.2016
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DEL: Enormer Aufwand für das „Winter Game“

Rich Chernomaz

Rich Chernomaz

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dpa

Nürnberg -

Im Fußball-Stadion in Nürnberg findet am Samstag (16.30 Uhr, Servus TV) das erste „Winter Game“ der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) statt. Zum Spiel unter freiem Himmel werden 50 000 Zuschauer erwartet. Dort, wo normalerweise der 1. FC Nürnberg Fußball spielt, empfangen die Ice Tigers den deutschen Meister Eisbären Berlin.

Im Grunde genommen ist es ein ganz normales Punktspiel. Aber eben doch etwas Außergewöhnliches, zumindest für Deutschland: Was seit 2007 in der nordamerikanischen Profiliga NHL ein Saisonhöhepunkt ist, soll nun auch hierzulande funktionieren. In Europa sind schon ein paar andere Menschen auf die Idee gekommen, Eishockey unter freiem Himmel zu spielen. In Österreich etwa, in Schweden oder in Finnland. Im September wurde sogar in das Amphitheater von Pula an der kroatischen Adriaküste eine Eisfläche mit Bande gebaut – 7000 Besucher kamen zu den Spielen von Madvscak Zagreb. In Helsinki lockte die Begegnung zwischen den Lokalrivalen IFK und Jokerit im Vorjahr 36 445 Zuschauer an.

Dieser Europarekord für ein Liga-Spiel wird in Nürnberg locker überboten werden. „Es wird eine andere, großartige Atmosphäre sein“, glaubt Don Jackson, Trainer der Eisbären. Eishockey unter freiem Himmel, „wir sind aufgewachsen, genau so Hockey zu spielen“, sagt der Kanadier. „Als Kinder haben wir immer draußen gespielt, jeden Tag“, ergänzt sein Nürnberger Kollege Bengt-Ake Gustafsson, ein Schwede. Nicht zuletzt soll das Spiel aber auch der deutschen Bewerbung um die WM 2017 einen Schub geben.

Spektakel kostet Millionen

Der Aufwand für das deutsche „Winter Game“ ist enorm, einen einstelligen Millionenbetrag lässt sich Thomas Sabo das Spektakel kosten. Für den Schmuck-Großhändler, Sponsor und Eigentümer der Ice Tigers, ist diese Veranstaltung eine Herzensangelegenheit - „ganz einfach, weil wir unseren Sport lieben“. In den letzten drei Wochen wurde auf den Rasen im Nürnberger Stadion eine Eisfläche mit Bande gebaut. Eine 2500 Quadratmeter große Wabenkonstruktion aus Holzpaneelen bildet den Untergrund der Spielfläche.

Das Eis ist sieben Zentimeter dick, es wird auf minus zehn Grad abgekühlt, auch bei plus 15 Grad wird es noch bespielbar sein. Das Schlimmste, was passieren könnte, sagt Ice Tigers-Geschäftsführer Lorenz Funk, „wäre, wenn es regnet“. Dann rutscht der Puck nicht mehr. Bei Schneefall dagegen würde die Fläche in einer Unterbrechung geräumt.

Wie viel die etwa 50.000 Zuschauer von dem Spiel sehen werden, bleibt abzuwarten. Im Nürnberger Stadion befindet sich zwischen Spielfläche und Tribünen noch eine Laufbahn. Da wird sich bei vielen Szenen höchstens erahnen lassen, wo der Puck gerade ist. Immerhin werden die Zuschauer im Ansatz das Gefühl haben, bei einem „Winter Game“ zu sein: Rund um die Spielfläche wird der Innenraum des Stadions mit 15 000 Quadratmeter weißem Teppich ausgelegt. (sid)


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