27.07.2016
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KEC steht im Finale: Haie lösen Freudensturm aus

Die Haie stehen im Finale: Der Sieg gegen Wolfsburg löste in der Lanxess-Arena einen bombastischen Freudensturm aus.

Die Haie stehen im Finale: Der Sieg gegen Wolfsburg löste in der Lanxess-Arena einen bombastischen Freudensturm aus.

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Rainer Dahmen

Köln -

Als um 17.01 Uhr die Schlusssirene durch die fast ausverkaufte Lanxess-Arena dröhnte, brach ein bombastischer Freudensturm los. „Finale!“, schrien die Haie-Fans, und immer wieder: „Finale!“. Auf dem Eis versammelten sich die Kölner Profis rund um ihr Tor, in ihrer Mitte Torhüter Danny aus den Birken, der brillant gehalten hatte. Dann gingen sie auf eine laut bejubelte Ehrenrunde.

Mit 4:2 (1:0, 3:1, 0:1) bezwang der KEC den EHC Wolfsburg am Sonntagnachmittag im dritten Playoff-Halbfinal-Spiel. Damit fegten sie das Überraschungsteam, das vorher Mannheim ausgeschaltet hatte, mit 3:0-Siegen aus dem Wettbewerb, „Sweep“ nennen das die Nordamerikaner. Im Finale treffen die Haie auf Titelverteidiger Eisbären Berlin, der sich in drei Spielen gegen Krefeld durchsetzte. Die erste Partie der „Best-of-5“-Serie um den Titel findet am Sonntag in Köln statt (14.30 Uhr, Lanxess-Arena).

„Jetzt wollen wir die Eisbären schlagen“

Zum siebten Mal seit Gründung der DEL im Jahr 1994 steht der KEC im Finale – zuletzt 2008. Damals hieß der Gegner ebenfalls Berlin und besiegte den KEC in vier Spielen. „Jetzt wollen wir die Eisbären schlagen und den Pott holen“, sagte der glücklich-abgekämpfte Verteidiger Moritz Müller, der vor fünf Jahren schon dabei gewesen war. „Wir sind eine geschlossene Einheit, alle halten sich ans System. Die Playoffs haben uns noch mehr zusammengeschweißt.“

Haie-Trainer Uwe Krupp stapelte dagegen tief:. „Es ist schwer, die Eisbären nicht in der Favoritenrolle zu sehen. Wenn du sechs Mal in acht Jahren deutscher Meister warst, dann hast du eine gewisse Position, in die sich andere Mannschaften erstmal reinkämpfen müssen.“

Haie treten überzeugend auf

Nach der Leistung im Halbfinale ist es aber auch schwer, die Haie als Außenseiter zu betrachten – zu überzeugend traten sie auf. 18 287 Zuschauer, unter ihnen der ehemalige FC-Profi Lukas Podolski, waren am Sonntag gekommen, das ist Saisonrekord. Abgesehen von einer etwa 100-köpfigen Fan-Abordnung aus Wolfsburg wollten sie alle den Finaleinzug des KEC bejubeln. Mit der Erwartungshaltung hatten Haie-Profis kein Problem. Wie in den zwei Spielen zuvor zeigten sie eine imposante Playoff-Partie, mit allem, was dazu gehört: Konzentration, Aggressivität, Effizienz vor dem Tor, starkes Über- und Unterzahlspiel. Goalie Aus den Birken, der stets völlig versunken aus dem Eis steht, wenn am Anfang die Startaufstellung aufgerufen wird, ruhte in sich und fing deutlich besser als sein Wolfsburger Gegenüber Daniar Dshunussov. Und so ließen die Haie den für sein schnelles Offensivspiel bekannten Gegner in vielen Momenten harmlos aussehen.

Wolfsburg machte am Anfang Dampf, die Angriffe der Gäste verpufften jedoch in der Haie-Defensive. Etwa fünf Minuten waren gespielt, als die Kölner erstmals in Überzahl stürmen durften. Und prompt schlug Daniel Tjärnqvist nach Pass seines schwedischen Defensiv-Kollegen Andreas Holmqvist zu. Im zweiten Powerplay erhöhte Philip Gogulla auf 2:0 (21.). Vorher hatten die Haie 47 Sekunden in doppelter Unterzahl ohne Gegentreffer überstanden. Nachdem Nathan Robinson das 3:0 (32.) und Charlie Stephens das 4:0 (36.) erzielt hatten, waren die Wolfsburger besiegt. Sie kamen zwar durch Treffer von Adrian Grygiel (38.) und Levi Nelson (55.) auf 2:4 heran – eine Chance hatten sie aber nicht mehr, da die Haie als Team zu kompakt spielten. Das erkannte auch EHC-Trainer Pavel Gross an. „Uwe“, sagte er in Richtung des KEC-Coaches. „Ihr habt eine geile Mannschaft zusammengestellt.“

Kölner Haie: Aus den Birken – Tjärnqvist, Holmqvist – Kranjc, Müller – Lüdemann, Ankert – Krupp – Gogulla, Falk, Minard – Robinson, Stephens, Tripp – Sturm, Schütz, Ticar – Ohmann, Classen, Breitkreuz.

Wolfsburg: Dshunussov – Kohl, Brocklehurst – Bina, Wurm – Blanchard, Schopper – Walter – Moore, Nelson, Mercier – Milley, Haskins, Dzieduszycki . Polaczek, Hospelt, Furchner – Grygiel, Pohl, Mayer.

Zuschauer: 18 287. - Schiedsrichter: Jablukov (Berlin), Brill (Zweibrücken). - Strafminuten: Köln 10/Wolfsburg 4. - Tore: 1:0 Tjärnqvist (5:34), 2:0 Gogulla (21:35), 3:0 Robinson (31:53), 4:0 (35:24), 4:1 Grygiel (37:15), 4:2 Nelson (54:46).