27.09.2016
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Zwischenbilanz: Beste Aussichten für die Kölner Haie

Drei Eismaschinen warten auf ihren Einsatz. In der Mitte: Haie-Kapitän John Tripp.

Drei Eismaschinen warten auf ihren Einsatz. In der Mitte: Haie-Kapitän John Tripp.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Köln -

Was war gut, was war schlecht?

Die Neuverpflichtungen für die Saison konnten fast alle überzeugen. Ein echter Transferflop ist nicht dabei. Mit dieser Mannschaft, die von Start bis Ende konstant oben mitspielte und Negativserien so kurz hielt, dass nie Krisenstimmung aufkam (maximal fünf Niederlagen in Folge), haben sich die Haie das Publikum zurückerobert.

16 Prozent Steigerung auf durchschnittlich 12199 Besucher bei den 26 Heimspielen in der Lanxess-Arena sind sehr beachtlich. Zu sehen gab es dort 19 Siege und sieben Niederlagen – vielleicht zwei zu viel. Die Kölner hatten großes Glück, dass es keine schweren Verletzungen gab.

Wo liegen die Stärken der Mannschaft?

Das kann man mal andersherum erzählen: Der beste Punktesammler der gesamten Liga ist Carl Ridderwall von der DEG, die früh weit abgeschlagen war und Tabellenletzter wurde. Die Kölner sind das Gegenteil einer One-Man-Show. Die Leistungstiefe im Angriff ist beachtlich. Wenn Marco Sturm in den Playoffs in Schwung kommen sollte, hätten die Kölner zusätzlich eine, sagen wir mal: extrem prominente Geheimwaffe.

Außerdem verfügen die Kölner mit Danny aus den Birken (92,9 Prozent Fangquote) über den stärksten Keeper der Liga und mit dem Schweden Andreas Holmqvist über den torgefährlichsten Verteidiger. Gerade die wichtige Rolle eines schussgewaltigen Verteidigers war in den Kölner Kadern der letzten drei Jahre meist nicht gut besetzt.

Krupps Team ist das auswärtsstärkste der Liga und offenbar nervenstark: Die Kölner entschieden prozentual die meisten Verlängerungen und Penaltyschießen (5 von 7) für sich. Dass es dazu selten kam, ergibt sich aus der grundsätzlichen Stärke des Teams.

Wo liegen die Schwächen?

Von Schwächen zu sprechen wäre übertrieben. Aber auf der Position des zweiten Torhüters haben die Kölner ein Problem: Youri Ziffzer fällt mit 3,43 Gegentoren im Schnitt und 89 Prozent Fangquote deutlich ab. Stammkeeper Danny aus den Birken laboriert derzeit zum zweiten Mal in dieser Saison an Leistenproblemen. Bis zum Playoff-Start am 20. März (19.30 Uhr, Lanxess-Arena) soll er wieder einsatzfähig sein, heißt es aus dem Klub.

Wie lief es gegen die möglichen Viertelfinalgegner?

Infrage kommen Nürnberg, Straubing oder Augsburg. Am schwersten taten sich die Kölner gegen die Augsburger Panther. Beide Spiele in der speziellen Atmosphäre des Curt-Frenzel-Stadions gingen knapp verloren (2:3, 1:2). Zu Hause setzte sich Krupps Team aber jeweils klar durch (5:2, 4:0). Gegen Straubing (4:2, 1:2, 4:1, 5:3) und Nürnberg (5:4, 3:6, 4:1, 6:4) gelangen den Haien jeweils 3:1 Siege. Nur gegen Straubing verloren die Kölner ein Heimspiel.

Wie ist die Lage im Klub?

Die finanzielle Sicherheit, für die die Nachfolger von Heinz Hermann Göttsch als Gesellschafter seit drei Jahren stehen, sorgt für Ruhe im Klub. Die Hierarchie im Alltag ist nach dem Abgang von Geschäftsführer Thomas Eichin zu Werder Bremen noch klarer als ohnehin schon: Uwe Krupp ist der starke Mann. Eichin-Nachfolger Lance Nethery, einst selbst eine zentrale Figur beim KEC, taucht bisher öffentlich kaum auf.

Für die aktuelle Saison haben Krupp und Eichin die Planungen absolviert. Mit der Verpflichtung von Marco Sturm hatte Nethery noch nichts zu tun. Was die Mannschaft für das nächste Jahr angeht, ist der Aufwand überschaubar: Die Haie haben bereits 17 Spielerverträge verlängert.