28.07.2016
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Doping: Fuentes nennt keine Namen

Eufemiano Fuentes muss sich vor Gericht verantworten.

Eufemiano Fuentes muss sich vor Gericht verantworten.

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AP

Madrid -

Eufemiano Fuentes will schweigen. Im Interview mit der angesehenen französischen Zeitung Le Monde erklärte die Hauptfigur des mit Spannung erwarteten Dopingprozesses beim Auftakt am Montag in Madrid: „Ich habe nicht die Absicht, Namen meiner Kunden und Patienten zu nennen. Für mich ist alles Vergangenheit.“

Dies heißt, dass Fuentes der Justiz nicht behilflich sein wird, eine ganze Reihe von Beweismitteln bislang nur kodierten Namen der Fuentes-Patienten zuzuordnen. Ein Sachverhalt, den Fuentes-Anwalt Julian Perez Templado der Nachrichtenagentur afp bestätigte. Und ein Schritt, der fast erwartet werden musste, nachdem Fuentes schon vor Jahren in Medien zitiert worden war, er wolle sich nach drei Morddrohungen gegen seine Person zurückhalten.

Fuentes-Anwalt Perez Templado und die juristischen Vertreter der vier Mitangeklagten machten zu Prozessbeginn im Juzgados de lo Penal de Madrid gleich Makulatur aus dem Ablaufplan des ersten Tages: Dieser begann mit 75 Minuten Verspätung und endete ohne die angekündigte Aussage von Fuentes. Diese soll jetzt am Dienstag um 9.30 Uhr erfolgen.

Der holprige Auftakt lässt befürchten, dass der bis 22. März terminierte Prozess von weiteren Störmanövern der Anwälte beeinträchtigt sein wird. Diese versuchten bereits am Montagmorgen mit aller Macht, die Zulassung von Beweismitteln zu verhindern und die geplante Vernehmung von insgesamt 35 Zeugen zu verzögern, darunter der Deutsche Jörg Jaksche.

Gegen den 57 Jahre alten Mediziner Fuentes, zu dessen Patienten rund 200 Spitzensportler und 58 Radsportler gehört haben sollen, darunter der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich, fordert die Staatsanwaltschaft empfindliche Strafen. Auch den vier Mitangeklagten Jose Ignacio Labarta, Manolo Saiz, Vicente Belda Vicelo und der als Ärztin tätigen Fuentes-Schwester Yolanda droht sie mit Haft bis zu zwei Jahren, einem ähnlich langen Berufsverbot sowie Geldstrafen bis zu rund 16.000 Euro. Labarta und Belda gehörten zum spanischen Kelme-Team, Saiz war Sportdirektor bei Once und Liberty Seguros. (sid)