24.08.2016
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Galoppstute: Abschied von Danedream

Abschied von Köln: Pflegerin Cynthia Atasoy geleitet Danedream zum Pferdetransporter.

Abschied von Köln: Pflegerin Cynthia Atasoy geleitet Danedream zum Pferdetransporter.

Foto:

Marc Rühl

Köln -

Um kurz vor 9 Uhr morgens ist am Sonntag diese märchenhafte Geschichte, die vielleicht spektakulärste des Kölner Sports in den letzten Jahrzehnten zu Ende gegangen: Danedream hat Köln verlassen. Von vielen Emotionen begleitet, wurde die Weltklasse-Galopperstute in einen Nobeltransporter geführt und hat das Team, das mit ihr Rennsportgeschichte geschrieben hat, wehmütig zurückgelassen. Eine wie Danedream hatte es in Köln noch nicht gegeben, eine wie sie wird vielleicht auch nie wieder kommen. Über England geht es für die fünf Jahre alte Stute nun nach Japan, wo Danedream im kommenden Jahr ihr erstes Fohlen zur Welt bringen wird.

Da sind die Planungen schon weit fortgeschritten und präzise: Der Hengst Frankel, ungeschlagen bei 14 Starts und für viele Experten bestes Rennpferd aller Zeiten, wird Danedream in England decken, ehe es in die Stutenherde ihres Besitzers Teruya Yoshida nach Japan geht, wo dann für die Millionengalopperin ein neues Leben beginnen wird. 125000 britische Pfund kostet es, Danedream von Frankel decken zu lassen, ohne Gewähr, ob das Fohlen ein Star, ein Mitläufer oder ein langsames Pferd sein wird. Bessere Gene kann man (als Pferd) zumindest nicht mit auf den Weg bekommen, den Rest muss die Natur erledigen.

Wetten auf das erste Fohlen laufen schon

3766400 Euro hat Danedream in ihrer Karriere verdient – gerade mal 9000 Euro hatte sie als Zweijährige auf einer Auktion in Baden-Baden einst gekostet. Gewonnen hat sie zwei der wichtigsten Rennen der Welt. Den Prix de l’Arc de Triomphe in Paris und die King George VI. and Queen Elizabeth Stakes in Ascot vor den Toren Londons. Das hat in seiner Einzigartigkeit Danedream eine Berühmtheit beschert, die weit über den inneren Kreis der Rennsportinteressierten hinausgeht.

Trainer Peter Schiergen, Pflegerin Cynthia Atasoy („Sie wird mir sehr fehlen, aber ich freue mich, dass sie jetzt Mama wird“) und große Teile des Stallteams haben Danedream am Sonntag verabschiedet, am Samstagabend hatte es im Schiergen-Stall noch eine Abschiedsparty für die Stute gegeben, die mehr als drei Jahre in Köln-Weidenpesch in Schiergens Vorzeigestall stand. „Wir sind sehr dankbar für alles das. Es ist im Grunde genommen immer noch unglaublich, was Danedream alles erreicht hat“, sagte Schiergen.

Jockey Andrasch Starke, der sich aktuell im Urlaub befindet und sich schon vorher von Danedream verabschiedet hatte, macht ebenfalls keinen Hehl aus seiner Wertschätzung: „Es ist ein Wunder und ein Traum. Sie hat alles erreicht, und es ist für mich überhaupt nicht schlimm, dass sie wegen der Sperrung der Kölner Rennbahn am Ende nicht mehr laufen konnte. Was hätte sie denn noch erreichen können? Ich bin dankbar, dass ich Teil dieser Geschichte sein durfte.“

Man wird Danedreams Karriere als Zuchtstute hierzulande mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Zahlreiche Fans der Stute haben bereits Wetten darauf abgeschlossen, dass Danedreams erstes Fohlen gleich beim ersten Rennbahnstart gewinnt. Das ist frühestens 2016 der Fall.


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