25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Grand-Prix-Aufgalopp: „Löwe“ schnellstes Pferd in Köln
01. April 2013
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Grand-Prix-Aufgalopp: „Löwe“ schnellstes Pferd in Köln

Jockey Koen Clijmans auf Schimmelwallach Shoshoni (hinten) beim Grand-Prix-Aufgalopp

Jockey Koen Clijmans auf Schimmelwallach Shoshoni (hinten) beim Grand-Prix-Aufgalopp

Foto:

Klaus-Joerg Tuchel

Köln -

Seinem eigentlichen Job konnte Pferdefotograf Marc Rühl am Ostermontag auf der Kölner Rennbahn in der Endphase des Grand-Prix-Aufgalopps kaum noch nachgehen. Grund dafür war Rühls sechs Jahre alter Schimmelwallach Shoshoni, der in dem 20000-Euro-Rennen an Kölns erstem Renntag des Jahres überraschend das stärkste Pferd war.

„Wir sind überglücklich“, sagte Rühl nach dem Rennen, das Shoshoni mit dem belgischen Jockey Koen Clijmans im Sattel gewann.

„Es war ein einmaliges Erlebnis. Zumal wir nicht nur Shoshoni selbst gezogen haben, sondern schon dessen Mutter, wir haben zu dem Pferd eine ganz besondere Beziehung“, berichtete Rühl, der vom Tribünendach aus die spannende Endphase des Rennens verfolgte hatte. Salon Soldier aus dem Kölner Schiergen-Stall war immer schneller geworden, für Rang eins reichte es aber nicht mehr. Rühl: „Ich habe von dort aus Fotos für die Galopp-Fachzeitung geschossen. Aber als die Pferde dann durchs Ziel waren, habe ich natürlich erst einmal gejubelt.“

Kooperation mit dem FC echter Erfolg

Freude pur herrschte auch beim Trainer: „Er hatte das Rennen, was wir uns erhofft hatten. Er hat nicht nur gekämpft wie ein Löwe, das ist ein Löwe“, sagte der Neusser Axel Kleinkorres nach Shoshonis Meisterstück.

Im mit 20000 Euro dotierten Oster-Stutenpreis, der vom ausgefallenen Sonntag-Renntag aus Berlin-Hoppegarten nach Köln verlegt worden war, gab es einen Kölner Heimsieg. Die unterschätzte Stute Rock My Heart aus dem Stall von Waldemar Hickst siegte mit zwei Längen Vorsprung vor Eleona und Best in Show. Den Preis des 1. FC Köln sicherte sich – an einem ganz im Zeichen des Zweitligaklubs stehenden Renntag – Cool Arrogance mit Filip Minarik im Sattel. „Ich schätze, es waren 15000 Zuschauer auf der Bahn“, urteilte Rennvereins-Präsident Eckhard Sauren, „die Kooperation zwischen dem FC und uns hat sich als echter Erfolg herausgestellt.“

Noch einmal im Mittelpunkt des Interesses stand am Montag auch die Ausnahmestute Danedream, obwohl viele Hundert Kilometer entfernt in England in ihrer Box harrend. Wie erwartet wurde das einst von Peter Schiergen trainierte Pferd zum zweiten Mal in Folge Galopper des Jahres, 79 Prozent der Teilnehmer der ältesten Publikumswahl des deutschen Sports votierten für die Stute (Gewinnsumme 3,77 Millionen Euro), die in England tragend von Weltstar Frankel ist und im kommenden Frühjahr erstmals gebären wird.

Derbysieger Pastorius und der Derbyzweite Novellist waren bei der Abstimmung chancenlos gegen das populärste deutsche Rennpferd der letzten Jahrzehnte. Die Stute ist der zehnte Doppel-Titelträger der 1957 erstmals ausgetragenen Wahl.