26.08.2016
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Indien: Zoff mit dem IOC spitzt sich zu

Sportfunktionär mit dubioser Vergangenheit: Lalit Bhanot.

Sportfunktionär mit dubioser Vergangenheit: Lalit Bhanot.

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dapd

Dehli -

Das Nationale Olympische Komitee Indiens (IOA) bleibt stur und auf Konfrontationskurs zum IOC. Einen Tag nach der Suspendierung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) wählte das IOA am Mittwoch in Neu Delhi einen neuen Generalsekretär. Damit brüskierte Indiens oberste Sport-Organisation das IOC, das die Wahl untersagt und bereits vorher für null und nichtig erklärt hatte.

Als einziger Kandidat trat Lalit Bhanot an, der wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit den Commonwealth-Spielen 2010 in Neu Delhi elf Monate im Gefängnis gesessen hatte. Er ist derzeit auf Kaution frei. Mangels anderer Bewerber galt Bhanots Wahl als sicher. Eine offizielle Verkündung eines Wahlergebnisses gab es zunächst nicht. Der amtierende Präsident Vijay Kumar Malhotra betonte zugleich, das IOA suche keinen Streit mit dem IOC. „Wir werden als erstes an das IOC herantreten, um die Situation zu erklären und auf eine Lösung dieser Angelegenheit hinzuarbeiten“, sagte er.

Malhotra begründete die Abstimmung damit, dass man juristischen Vorgaben habe folgen müssen. Der Oberste Gerichtshof in Neu Delhi hatte angeordnet, das IOA müsse die Wahlen, die ursprünglich schon für den 25. November angesetzt waren, gemäß Regierungsstatuten abhalten. „Wir können nicht gegen das Recht des Landes verstoßen“, sagte Malhotra und gab sich optimistisch: „Wir sind hoffnungsvoll, dass diese Suspendierung bald zurückgenommen wird.“ Die IOC-Exekutive hatte das IOA am Dienstag in Lausanne wegen massiver Einmischung der Politik in den Sport mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen.

Viele indische Medien und Athleten begrüßten die Maßnahme des IOC als richtigen Schritt gegen die verbreitete Korruption in der Sportverwaltung. Die „Hindustan Times“ wertete das Urteil als den erhofften Neuanfang und sprach von einem „goldenen Tag für den indischen Sport“. Die Regierung habe nach den von massiver Korruption überschatteten Commonwealth-Spielen die Chance versäumt aufzuräumen. „Hätte sie damals gehandelt, wären wir jetzt nicht international so geohrfeigt worden.“ Der Sportschütze und Goldmedaillengewinner von 2008, Abhinav Bindra, twitterte: „Tschüss, IOA, ich hoffe, ich sehe Dich bald wieder, hoffentlich sauberer.“ (dpa)


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