28.09.2016
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Nadal im Interview: „Ein kleines Wunder für mich“

Tennisprofi Rafael Nadal

Tennisprofi Rafael Nadal

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dpa

Paris -

Herr Nadal, seit Ihrem Comeback im Februar eilen Sie von Erfolg zu Erfolg. Wer soll Sie eigentlich in Paris stoppen?

Rafael Nadal: Jeder Spieler, gegen den ich spiele. So gehe ich in jedes Spiel. Immer mit dem Gedanken: Das ist ein Gegner, der Weltklasse-Tennis spielen kann, der es drauf hat, mich zu schlagen. Wenn du diesen Respekt nicht hast, kannst du nichts werden in diesem Sport. Sorglosigkeit darfst du nicht haben, das ist der Anfang vom Ende.

Sie gehen also nicht als haushoher Favorit ins French Open-Rennen?

Nadal: Ich bezeichne mich nie als Favorit. Oder sage, dass ich ein Turnier gewinnen muss. Das wäre arrogant und vermessen. Außerdem habe ich gerade zehn Monate lang kein Best-of-Five-Match mehr bestritten, da kann ich nicht hergehen und Sprüche klopfen.

Überrascht Sie die Qualität Ihres Comebacks?

Nadal: Das ist mehr als eine Überraschung, das ist, ganz ehrlich, ein kleines Wunder für mich. Davon habe ich nicht mal zu träumen gewagt. Mir war am wichtigsten, dass ich gesund bleibe. Das war das Hauptziel.

Können Sie heute völlig auf den Platz gehen ohne das Gefühl, dass wieder etwas mit dem Knie passiert?

Nadal: Nun, das Knie fühle ich schon. Da ist schon ein bisschen Schmerz. Der entscheidende Punkt für mich ist aber: Ich kann mit jedem da draußen mithalten. Ich habe mir das nun oft genug in den letzten Monaten bewiesen.

Sind Sie heute wieder so leistungsfähig wie in Ihren besten Zeiten, sehen wir den 100-Prozent-Nadal?

Nadal: Das Maximum ist immer das Maximum in einem Moment. Ich gebe für mich immer 100 Prozent. Nur so kann ich überhaupt leben im Profitennis. Wenn meine 100 Prozent nicht reichen, dann war mein Gegner halt besser. Aber ich gehe trotzdem nicht mit einem schlechten Gefühl nach Hause.

Wie hart waren diese sieben Monate Verletzungspause, das Fehlen bei den Olympischen Spielen auch?

Nadal: Es war eine verdammt schwere Zeit. Ganz einfach, weil es lange Zeit auch keine Besserung gab. Ich wachte morgens auf, testete mein Knie – und spürte, dass nichts vorwärts ging.

Das Gespräch führte Jörg Allmeroth

Den zweiten Teil des Interviews gibt es am Samstag.


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