27.08.2016
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Rasenturnier in Halle: Tommy Haas verliert gegen Federer

Tommy Haas

Tommy Haas

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AP/dpa

Halle/Westfalen -

Dieses Mal war Roger Federer für Tommy Haas in Halle zu stark. Die deutsche Nummer eins verlor am Samstag in der Revanche für das Vorjahresfinale das Halbfinal-Duell gegen seinen Schweizer Kumpel mit 6:3, 3:6, 4:6 und kann seinen Triumph von 2012 damit nicht wiederholen. Federer greift an diesem Sonntag (14.00 Uhr/ZDF) dagegen nach seinem sechsten Titel beim deutschen Rasentennis-Klassiker und dem ersten Turniererfolg seit August 2012.

Im Endspiel trifft der 31-Jährige bei der mit 779 665 dotierten Veranstaltung entweder auf den an Nummer zwei gesetzten Franzosen Richard Gasquet oder Michail Juschni aus Russland. Erstmals seit 2010 findet das Finale in Ostwestfalen ohne deutsche Beteiligung statt.

„In den entscheidenden Momenten hat Roger wieder einmal gezeigt, aus was für einem Holz er geschnitzt ist. Da muss man den Hut vor ziehen“, sagte Haas nach der Partie. „Ich denke, ich habe trotzdem sehr gut gespielt und alles versucht.“ Federer war nach dem Erfolg sehr zufrieden. „Tommy hat im ersten Satz die Big Points gemacht, ich im zweiten und dritten“, analysierte der Schweizer. „Ich denke, es war ein Halbfinale auf hohem Niveau. Ich bin heiß darauf, hier wieder den Titel zu gewinnen“, sagte der 17-malige Grand-Slam-Turniersieger, der bei den Gerry Weber Open letztmals 2008 gewonnen hat.

Zunächst sah es so aus, als könne Haas den Topfavoriten auch dieses Mal ärgern. Nach verhaltenem Beginn fand der Wahlamerikaner Mitte des ersten Satzes als Erster seinen Rhythmus. Zum 4:2 nahm der 35-Jährige Federer das Service ab und hielt danach souverän seinen eigenen Aufschlag. Erst beim Stand von 3:5 aus seiner Sicht brachte Federer den Titelverteidiger bei dessen Service ins Wanken. Doch Haas machte zwei Breakchancen des fünfmaligen Halle-Champions zunichte und verwandelte kurz darauf nach 31 Minuten seinen ersten Satzball zum 6:3.

Federer wirkte auf dem vollbesetzten Centre Court anfangs nicht richtig bei der Sache. Der Eidgenosse, der im Viertelfinale dem Hamburger Mischa Zverev mit 6:0, 6:0 die Höchststrafe verpasst hatte, machte ungewöhnlich viele leichte Fehler und konnte nicht den gewohnten Druck in seinem Spiel aufbauen.

Das änderte sich mit Beginn des zweiten Durchgangs. Zum 2:0 nahm Federer seinem Doppelpartner das Service ab - es war der erste Aufschlagverlust von Haas im gesamten Turnierverlauf. Federer dominierte nun eindeutig das Geschehen. Während der 31-Jährige sehr viel sicherer in seinen Schlägen wurde, unterliefen Haas mehr Fehler. Beim Stand von 2:5 konnte der gebürtige Hamburger zwar noch zwei Satzbälle abwehren, wenig später schaffte Federer aber den Satzausgleich.

Auch im entscheidenden Durchgang gelang dem Schweizer ein frühes Break. Haas, der die gesamte Woche über sehr gut aufgeschlagen hatte, bekam plötzlich Probleme mit seinem Service - mit zwei Doppelfehlern schenkte er Federer quasi das Spiel zum 3:1. Haas versuchte zwar noch einmal alles, nach 1:38 Stunden verwandelte Federer aber seinen zweiten Matchball. (dpa)