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Steuerbetrug: Keine Extrawurst für Hoeneß

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Uli Hoeneß. Foto: dpa
Der Steuerfall Hoeneß bewegt nicht nur die Sportwelt. Auch Politiker äußern sich zum mutmaßlichen prominenten Steuersünder. CSU-Chef Horst Seehofer war schon informiert und betont, der Bayern-Präsident werde behandelt wie jeder andere.
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Köln

Präsident Uli Hoeneß vom deutschen Fußball-Meister Bayern München hat beim deutschen Fiskus Selbstanzeige wegen nicht angegebener Gelder auf einem Schweizer Konto erstattet und sieht sich Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegenüber.

Ein Überblick zu den Reaktionen auf den „Steuerfall Uli Hoeneß“:

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hielt sich zurück. „Jeder Kommentar von mir wäre einfach falsch“, erklärte er auf einer Dienstreise in Washington. Die politische Opposition im Bund und in Bayern hielt sich im Wahlkampfjahr dagegen nicht mit lauter Kritik an den Unionsparteien und dem CSU-Sympathisanten Hoeneß zurück.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat der Union vorgeworfen, das letztlich gescheiterte Steuerabkommen mit der Schweiz für Steuerbetrüger wie den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, angestrebt zu haben. „Es zeigt sich, worum es CDU/CSU beim Steuerabkommen mit der Schweiz ging, nämlich Steuerbetrüger sozusagen zu schützen. Deshalb war es vernünftig, das nicht zu machen“, sagte Gabriel am Sonntag im ZDF.

Rudi Völler: Im ersten Moment ist man natürlich geschockt, aber dann muss man sich fangen. Vor allem weil das eine Privatangelegenheit ist, man die Fakten nicht kennt, und vor allen Dingen wenn man Uli Hoeneß als ganz großen Menschen kennengelernt hat. Da muss man sich zurückhalten. Ich glaube nicht, dass sich Bayern in der jetzigen Verfassung davon beeindrucken lässt. Natürlich beschäftigt man sich damit, aber ich glaube sogar, dass die Mannschaft noch mehr Gas gibt und für Uli Hoeneß spielt.“

Sylvia Schenk (Sportbeauftragte der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International): „Wenn er Herrn Blatter (unter Korruptionsverdacht stehender Präsident des Weltverbandes Fifa; Anm. d. Red.) angreift und fordert, dass dieser den Fifa-Saustall endlich aufräumen soll, aber selbst Geld an der deutschen Steuer vorbeibringt, dann schmeißt Uli Hoeneß hier mit Felsbrocken aus dem Glashaus. Dieser Fall ist auch ein Schlag gegen den ganzen Sport, der gerade auf verschiedenen Gebieten um seine Glaubwürdigkeit kämpft. Die Glaubwürdigkeit von Hoeneß ist extrem erschüttert. Es wird sicher ganz schwer sein für ihn, da wieder herauszukommen.“

Horst Seehhofer (Ministerpräsident Bayern): „Ich weiß, dass ein Verfahren läuft. Ich bin darüber bereits seit geraumer Zeit informiert. Das müssen jetzt die Justiz- und Finanzbehörden regeln. Er wird behandelt wie jeder andere Bürger auch.“

Florian Pronold (SPD-Vorsitzender Bayern): „Uli Hoeneß hat seine Vorbild-Funktion mit Füßen getreten. Uli Hoeneß ist kein Vorbild mehr. Steuerflucht ist kein Kavaliersdelikt, sondern die schlimmste Form asozialen Verhaltens.“

Christian Ude (Oberbürgermeister München/SPD): „Ich verstehe seit Jahren nicht, warum die CSU so viele Sympathien für Steuerhinterzieher hegt, obwohl sie sonst so für Law and Order auftritt. Dass Hoeneß so heftige Sympathien für die CSU hegt, findet in den kommenden Wochen vielleicht eine zusätzliche Erklärung.“

Norbert Walter-Borjans (Finanzminister Nordrhein-Westfalen/SPD): „Der Fall Hoeneß macht deutlich, wie wichtig es war, nicht zuzulassen, dass die Bundesregierung ein Steuerabkommen mit der Schweiz durchbekommt, mit dem Leute wie Herr Hoeneß zum Sonderrabatt unerkannt davongekommen wären.“

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Christoph Daum (Fußball-Lehrer und 2000 bis zu Aussagen von Hoeneß über seinen Kokain-Konsum als Bundestrainer vorgesehen): „Die Nachricht hat mich absolut überrascht. Das hätte ich ihm niemals zugetraut, vor allem nicht, wenn man sieht, wie Uli Hoeneß in vielen Situationen seines Lebens aufgetreten ist. Hoeneß hat sich schließlich zu einer absoluten moralischen Instanz aufgeschwungen. Ich hätte so etwas niemals vermutet. Hoeneß tut mir leid. Ich bin nicht derjenige, der mit dem Zeigefinger auf andere Menschen zeigt. So möchte ich nicht leben. Ich verspüre Mitgefühl für ihn und hege keinen Groll. Ich weiß sehr genau, was Uli Hoeneß alles für den deutschen Fußball und die Gesellschaft geleistet hat. Ich hoffe und wünsche ihm deshalb von Herzen, dass er da heil wieder rauskommt.“

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): „Das ist eine Privatangelegenheit des Präsidenten. Bei uns gibt es immer irgendwelche Meldungen. Das schärft die Sinne, das macht uns noch ehrgeiziger. Meine Mannschaft lässt sich von nichts beeindrucken.“

Matthias Sammer (Sportvorstand Bayern München): „Dass ist eine private Konstellation. Uli Hoeneß ist für uns natürlich ein wichtiger Mann, aber wir äußern uns dazu nicht. Das belastet uns überhaupt nicht.“

Franz Beckenbauer (Ehrenpräsident Bayern München): „Ich kann Uli nur die Daumen drücken, dass es gut ausgeht.“ (sid)

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