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Tod eines Linienrichters: „Zugetreten, als sei er ein Ball"

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Der Sportplatz des SC Buitenboys - hier wurde der Linienrichter brutal überfallen und getötet.  Foto: AFP
Sechs Jugendliche und ein Vater sind in den Niederlanden wegen der tödlichen Attacke auf einen niederländischen Schiedsrichter verurteilt worden. Ein Teil der Strafen für die Täter wurde zur Bewährung ausgesetzt.
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Lelystad

Sechs jugendliche Fußballspieler und ein Vater sind wegen der tödlichen Attacke auf einen niederländischen Schiedsrichter-Assistenten zu Haftstrafen von ein bis sechs Jahren verurteilt worden. Das Strafgericht in Lelystad sah es als erwiesen an, dass die 15 bis 17 Jahre alten Spieler und der 51-Jährige im Dezember 2012 den Linienrichter Richard Nieuwenhuizen so schwer verletzten, dass er seinen Verletzungen erlag.

„Die sieben Angeklagten sind schuldig, ihn gegen den Kopf und Oberkörper geschlagen zu haben“, sagte Richterin Anja van Holten. Sie hätten ihn getreten, als sei er ein Ball. Die Jugendlichen wurden zu ein bis zwei Jahren Jugendarrest verurteilt, der Vater eines der Spieler zu sechs Jahren Gefängnis. Ein achter Angeklagter kam auf freien Fuß, der 15-Jährige habe „nur den gegnerischen Torwart angegriffen“, hieß es im Urteil. Für die 30-tägige Haftstrafe wurde die Untersuchungshaft angerechnet.

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Das Gericht folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger der Verurteilten kündigten direkt nach der Urteilsbegründung Berufung an. Gerard Spong, Staranwalt und Verteidiger des Vaters El-Hassan D., erklärte, Nieuwenhuizens Sohn Maikel sei kein objektiver Zeuge gewesen. „Das ist das maximal Mögliche, und da sind wir glücklich drüber. Aber keine Strafe reicht eigentlich aus“, sagte Witwe Xandra Nieuwenhuizen. Als respektlos bezeichnete sie, dass nur drei Angeklagte im Gerichtssal anwesend waren: „Das Schlimmste jedoch ist, dass die Angeklagten keine Reue zeigten.“ Das Urteil bedeute für sie und ihren Kindern ein Abschluss und eine Erleichterung, auch wenn noch ein Berufungsprozess stattfinden sollte. „Ich hoffe, dass das Urteil ein Statement gegen Gewalt auf den Fußballfeldern darstellt. Ich hoffe, dass es jetzt mit der Gewalt auf den Feldern aufhört“, sagte Sohn Maikel.

400 Jugendspieler begleiteten den Sarg zur Trauerfeier. Foto: dpa

Ein Teil der Strafen für die minderjährigen Täter wurde auf Bewährung ausgesetzt. „Nach Ansicht des Gerichts hatte niemand die Absicht hatte, den Linienrichter zu töten“, erklärte die Richterin, stellte aber auch klar: „Die Gewalt, die sie anwendeten, ist der Grund für Nieuwenhuizens Tod.“ Nieuwenhuizen war am 2. Dezember 2012 nach einem Jugendspiel zwischen dem SC Buitenboys Almere und dem SV Nieuw Sloten Amsterdam von Amsterdamer Spielern angegriffen und zweimal zu Boden geworfen worden. An den dabei erlittenen Kopfverletzungen verstarb der dreifache Vater einen Tag später, am 3. Dezember, im Krankenhaus. Yassine D., der als Einziger der Angeklagten eine Teilschuld eingeräumt hatte, wurde zu einem Jahr verurteilt.

Fady F., Ibrahim C., Othman K., Soufyan B. und Mohamed K. erhielten 24 Monaten Gefängnis, sechs Monate davon auf Bewährung. Daveryan B. kam sofort frei. Alle sind zudem verpflichtet, sich vom Jugendamt betreuen zu lassen. Der Vater und Trainer El-Hassan D., muss für sechs Jahre hinter Gitter. Das Gericht stützte sich auf Zeugenaussagen. Ein wichtiger Zeuge war Nieuwenhuizens Sohn Maikel. Ein Einspruch der Verteidigung, der Sohn sei emotional zu sehr betroffen, wurde abgelehnt. Außer Yassine D. verweigerten alle anderen Angeklagten die Aussage. Ein Einwand der Verteidigung, eine erbliche Fehlbildung der Halsschlagader habe zu Nieuwenhuizens plötzlichem Tod geführt, wurde vom Gericht verworfen. (sid)

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