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Bürgerliste: Sorge um soziale Brennpunkte

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In der ehemaligen Derr-Siedlung in Steinbüchel stehen viele Wohnungen leer, weil der Vermieter sie schon lange nicht mehr saniert hat. Wer dennoch hierher zieht, hat meist keine anderen Alternativen.  Foto: Ralf Krieger
Die Folgen einer jahrzehntelang verfehlten Sparpolitik beginnen für die Bürgerliste an vielen Stellen im Stadtgebiet sichtbar zu werden. Es gibt aber auch Großvermieter, die in ihren Wohnungsbestand investieren und diesen auf Vordermann bringen.  Von
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Bei einer Rundfahrt steuerten die Fraktionsmitglieder Erhard Schoofs, Barbara Trampenau, Karl Schweiger, Klaus-Peter Gehrtz und Paul Scharbrodt am Freitag mit der Presse einige Brennpunkte an, die ihnen besonders große Sorgen bereiten. Da sind zum Beispiel die 380 Wohnungen der ehemaligen Derr-Siedlung in Steinbüchel, die in den vergangenen Jahren mehrfach den Vermieter gewechselt haben und derzeit von der Wertgrund Asset Management GmbH verwaltet werden. Solcherart vernachlässigte Immobilien, die ihren Eigentümern keinerlei Investitionen wert sind, seien Brutstätten sozialer Fehlentwicklungen, sagte Schoofs bei einem Stopp an der Fichtestraße.

In die heruntergekommenen Wohnungen ziehe niemand, der sich etwas besseres leisten könne, so dass immer mehr Mieter aus einkommensschwachen und bildungsfernen Schichten stammten. Da es sich dabei überdurchschnittlich häufig um Hartz-IV-Bezieher handele, trügen die Bewohner nicht nur wenig zu einer florierenden Wirtschaft bei, sondern kosteten die Stadt eine Menge Geld. Diese Entwicklung habe auch fatale Auswirkungen auf die umliegenden Geschäfte, Gaststätten, Kindertagesstätten, Schulen und Vereine.

„Die Qualität der Erziehung durch die Eltern nimmt ab, während die Probleme in Kitas, Schulen und Jugendhäusern – sofern es überhaupt welche gibt – gleichzeitig steigen“, beschrieb Schoofs einen sozialpolitischen Teufelskreis. Dieser Niedergang ganzer Wohnviertel sei auch in Alkenrath, in Küppersteg, in Rheindorf-Nord und auf der Schönen Aussicht zu beobachten, wobei dort vor allem die vielfach kritisierten Großvermieter Gagfah und Vivawest in der Verantwortung stünden. Dass es auch anders geht, zeigten die Bürgerlisten-Vertreter, ebenfalls in Rheindorf-Nord, am Beispiel der Siedlungen von WGL und Sander-Stiftung, die in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Summen in die Sanierung und Modernisierung ihres Wohnungsbestands investiert haben und dies auch in Zukunft fortführen wollen. Derzeit plant die WGL die Umgestaltung des Königsberger Platzes, während die Sander-Stiftung das Hochhaus an der Okerstraße auf Vordermann bringt.

Bei der WGL sieht die Bürgerliste allerdings drohende Wolken am Horizont aufziehen. 13,5 Millionen Euro soll die Wohnungsgesellschaft zur Sanierung des städtischen Haushalts beisteuern – Geld, das dann für dringend notwendige Investitionen in den Bestand und neuen Wohnraum fehle, mahnt Schoofs. Die Stadt verringere auf diese Weise zwar ihr Defizit, schaffe mittel- und langfristig aber nur weitere soziale Brennpunkte, die wiederum hohe Folgekosten verursachten. Dennoch versuche die Stadt alle Möglichkeiten auszuschöpfen, sich an WGL-Geldern zu bereichern, und habe dafür jetzt sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben mit dem Ziel, „Ergebnisverbesserungen zu erreichen, um das Ausschüttungspotenzial zu steigern“, berichtete Schoofs.

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