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Bürgerversammlung: Alte Idee für neue Brücke ausgegraben

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Lärm bewegt die Leute: Gut 60 Leverkusener folgten am Donnerstagabend einer Einladung der Bürgerliste mit Erhard Schoofs und Sonja Schmitz. Foto: Ralf Krieger
Vor Jahrzehnten wurde schon einmal eine Trasse durchgeplant, die jetzt die Autobahn 1 entlasten könnte. Sie würde eine neue Verbindung zwischen der Autobahn 3 und dem Niehler Ei schaffen - mit einer neuen Rheinbrücke.  Von
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Leverkusen

Die Diskussion über die Autobahnplanung wird immer ertragreicher. Jetzt ist eine Alternative zum Vorschein gekommen, die vor Jahrzehnten schon einmal durchgeplant wurde und als Trasse noch existiert – auf dem Papier. Sie würde die Autobahn 3 über eine Rheinbrücke mit dem Niehler Ei verbinden und verliefe zwischen den Kölner Stadtteilen Flittard und Stammheim. Ans Tageslicht gebracht hat sie Arthur Taus, der früher bei Bayer mit Straßenplanung befasst war. Er weiß aus den damaligen Berechnungen: „Mit dieser Tangente werden 30 Prozent des Verkehrs über die Leverkusener Brücke abgefangen.“ Das klang verlockend. Hatten sich doch im Konferenzraum unter der Rundsporthalle gut 60 Menschen versammelt, die sich sorgen, dass Leverkusen mit dem anstehenden Ausbau der Autobahnen endgültig unter einer Verkehrslawine begraben wird.

„Wenn der Verkehr fließt, wird er zunehmen.“

Friedrich Jonas

Zum Beginn der Bürgerversammlung stellte Erhard Schoofs von der einladenden Bürgerliste die Situation dar und eine Forderung auf: „Durch den Ausbau der Autobahnen dürfen keine zusätzlichen Belastungen für Leverkusen entstehen.“ Wie das gehen soll, ist heiß umstritten und muss nicht nur nach Ansicht der Bürgerliste tabulos diskutiert werden: Auch Friedrich Jonas, Vorsitzender des Bündnisses gegen Lärm, unter dessen Dach sich einige Bürgerinitiativen zusammengeschlossen haben, will die Diskussion nicht auf die Frage Mega-Stelze oder Tunnel verengt sehen. „Dass die Hitdorfer Rheinquerung jetzt schon ad acta gelegt wird, ist nicht in Ordnung.“ Weil allen klar ist, wie schwierig es sein wird, die A 1 in einem Tunnel verschwinden zu lassen, verlagert sich der Blick mehr und mehr auf Entlastungsstrecken – entweder im Norden zwischen Hitdorf und Monheim – oder eben im Süden auf Kölner Gebiet. Dass man dort nicht auf Begeisterungsstürme hoffen darf, ist auch Erhard Schoofs klar. Aber angesichts der Verbreiterungsideen – zehnspurige Brücke, neunspurige Stelze, zwölfspurige A 3 – müsse man über Ausweichstrecken nachdenken.

Zumal die ja schon einmal untersucht worden seien. Freilich in den betonseligen sechziger und siebziger Jahren: Über die Kölner Entlastungstrasse sei im Zusammenhang mit dem Plan nachgedacht worden, die Autobahn 59 mitten durch Wiesdorf zu legen, erklärte Schoofs. Friedrich Jonas nannte einen weiteren Grund, warum sich die kolossale Verbreiterung der Autobahnen in der Stadt nachteilig auswirken würde: Die Zahl der Staus würde mutmaßlich abnehmen. Mit der Folge: „Wenn der Verkehr fließt, wird er zunehmen.“ Auch aus Sicht der Lützenkirchener Raststättengegner bringen breitere Verkehrsschneisen Gefahren mit sich: Der Parkplatz an der A 1 ist noch denkbar – und er würde wohl größer ausfallen.

www.netzwerk-gegen-lärm.de

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