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Christuskirche: Müll, Pöbeleien und obszöne Sprüche

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Eine Mahnung an die Jugendlichen hängt nun an der Kirchentür.  Foto: Ralf Krieger
Eine Gruppe Jugendlicher, die sich regelmäßig vor der Christuskirche trifft, wird für die Gemeinde zum Problem. Die Teenager hinterlassen Müll, pöbeln Passanten an und beschmieren die Kirche mit obszönen Sprüchen.  Von
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Wiesdorf

Direkt neben der Kirche liegen: ein aus der Packung gerissenes Kondom, leere Fast-Food-Schachteln, Glasscherben, Kronkorken, zerknüllte Papiertaschentücher. Die Außentür aus massivem Holz ist von oben bis unten mit obszönen Sprüchen beschmiert. Und doch sind es nicht in erster Linie der Müll und die Schmierereien, die Pfarrer Christoph Engels stören – die würden meist von ihm oder der Küsterin entfernt. Es sind die, die all das hinterlassen und zum ersten Problem geworden sind: die Jugendlichen nämlich, die sich an fast jedem Nachmittag neben der Wiesdorfer Christuskirche treffen. Sie tun zwar nur das, was viele in ihrem Alter tun: abhängen. Aber „abhängen“ bedeutet in diesem Fall eben: Sie sind laut und hinterlassen Dreck. „Wir müssen etwas unternehmen“, sagt Engels und klingt gar nicht mehr so versöhnlich, wie man das von einem Geistlichen kennt. „Der Zustand ist nicht mehr tragbar.“

Die erste Maßnahme: Engels und sein Kollege Detlev Prößdorf befestigten an der rechten Seite des Kirchenschiffs – an der Außenwand hin zum Parkplatz und zum kleinen Durchgangsweg an der evangelischen Kirche – zwei laminierte Plakate.

Beschwerden von Anwohner

Die Worte auf ihnen ermahnen die Jugendlichen zu mehr Rücksichtnahme. Freundlich aber bestimmt. „Wir wollen als Kirche natürlich in erster Linie einladend sein und auf die Menschen zugehen“, sagt Engels. „Aber Kirche hat auch etwas mit Rücksichtnahme zu tun. Und das müssen wir den Jungen und Mädchen, die sich dort treffen, vermitteln.“ Fortjagen könne man sie ja nicht so einfach – schließlich sei diese Stelle öffentlich zugänglich und kein Privatgelände. Aber: Die Beschwerden dürften eben auch nicht ignoriert werden.

Schmierereien an der Kirchentür.
Schmierereien an der Kirchentür.
Foto: Ralf Krieger

#bigimage

Sie kommen nicht nur von den Kirchenbesuchern, sondern auch von den Anwohnern der Fußgängerzone, deren Innenhöfe und Gärten nach hinten raus zur Christuskirche liegen. Und sie kommen von Passanten und Besuchern der City. „Viele von ihnen fühlen sich bedroht und trauen sich gar nicht mehr, seitlich an der Kirche entlangzugehen: Sie haben Angst, angepöbelt zu werden“, sagt Engels. Und diese Sorge sei nicht unbegründet: „Das kam schon vor.“ Deshalb sei auf Initiative der Gemeinde erst vor wenigen Tagen ein Baum abgeschnitten worden, der neben der Kirche auf einer kleinen Grünfläche stand.

„Der Treffpunkt der Jungen und Mädchen ist dadurch von allen Seiten besser einzusehen. Vielleicht hilft das ja.“
Falls nicht, bliebe nur noch eines: „Wir müssten einen Stahlzaun vor die Seitenwand der Kirche setzen.“ Das könne indes teuer und nur schwierig umgesetzt werden, denn: Die Christuskirche steht unter Denkmalschutz. „Und ein solcher Zaun würde das Gesamtbild des Gebäudes schon beeinträchtigen“, sagt Engels, der ähnliche Probleme übrigens am Gemeindezentrum Karl-Bosch-Straße hat: Auch dort säßen oftmals Jugendliche zusammen und machten lautstark auf sich aufmerksam – weswegen demnächst vielleicht sogar die Bänke vor dem Zentrum entfernt werden müssten. „Immerhin: Diese Jugendlichen kenne ich fast alle persönlich, weil sie aus dem Viertel kommen, ich dort wohne und habe sie aufwachsen sehen.“ Da reiche auch Mal ein Machtwort aus – und es sei Ruhe.

„Aber die Jugendlichen an der Christuskirche, die kenne weder ich noch einer meiner Kollegen. Wenn ich denen etwas sage, dann sind sie nach zehn Minuten wieder da.“ Das erschwere die Handhabe natürlich und habe dazu geführt, dass die Polizei mittlerweile häufiger Streife rund um die Christuskirche gehe und derzeit sogar Gespräche mit Wiesdorfer Streetworkern liefen. Engels: „Wir können jede Art von Hilfe brauchen.“

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