Stadt Leverkusen
Nachrichten und Bilder aus den Leverkusener Stadtteilen

Vorlesen
2 Kommentare

Einblick: „Wir brauchen hier gute Geschäfte“

Erstellt
Mit ihrem Traditionscafé sind Dorothee und Jörg Nöres zufrieden.  Foto: Ralf Krieger
Konditor Jörg Nöres ist mit seinem Traditionscafé an der Düsseldorfer Straße zufrieden. Doch das ist in Opladen nicht der Regelfall. In den Ladenlokalen sind Fluktuation und Leerstände zu verzeichnen.  Von
Drucken per Mail
Opladen

Jörg Nöres muss in seinem Beruf früh aufstehen. Der 45-Jährige hat vor einigen Jahren von seinen Eltern die Traditionskonditorei und Bäckerei samt Café Nöres an der Düsseldorfer Straße übernommen. Auf dem Verkaufstresen liegt ein Fotobuch mit den schönsten Hochzeits- und sonstigen Festtagstorten. Eine türkische Mutter und ihre Tochter blättern darin. Im behaglichen Café im Schatten von Sankt Remigius sitzen Gäste, die offenkundig die Gemütlichkeit zu schätzen wissen, denn sie haben sich etwas zu Lesen mitgebracht.


Brötchen backen, Torten verzieren – der Beruf des Bäckers und Konditors braucht die ganze Hingabe und für Nöres steht fest, dass darin auch das Erfolgsrezept liegt. Neuerdings kommen auch wieder junge Leute, so dass sich der Unternehmer überlegt, Internetanschlüsse einzurichten. Kurzum: Nöres denkt an die Zukunft und macht mit seinem Traditionsbetrieb, der schon etwas Exotisches hat, weiter. Doch das ist nicht der Regelfall. Auch in Opladen sind Fluktuation und Leerstände in den Ladenlokalen zu verzeichnen.

Die Vermietung dieser Immobilie an der Düsseldorfer Straße ist heikel.
Die Vermietung dieser Immobilie an der Düsseldorfer Straße ist heikel.
Foto: Ralf Krieger


Ketten und Billigläden machen sich mit Ein-Euro-Artikeln und Handyschalen breit und es gibt so einige Wettbuden. Derweil hat Nöres Probleme, für seine Immobilien, die die Eltern erworben haben, eine dem Mietspiegel entsprechende Miete zu erhalten. Zum April wird ein Ladenlokal einige Häuser neben dem Café frei. Bis vor wenigen Jahren war dort die Parfümerie Thieme. Drei Jahrzehnte war die Parfümerie am Platz. Doch der Inhaber kam ins Rentenalter und gab das Geschäft in Opladen auf. Wenig später meldete sich Beate Wallitzek und ihr Mann, die dort ein Wurstgeschäft eröffnen wollten. Man wurde handelseinig und Nöres vermietete 180 Quadratmeter auf drei Etagen für 1500 Euro. „Wir habe die Miete nicht erhöht, sie blieb wie in den letzten 30 Jahren“, sagt er. Doch es war reichlich Platz für Wurst und auch wenn die „Polnischen Spezialitäten Meggi“ am Anfang in vieler Munde waren und der Laden lief, muss Wallitzek Ende März ihr Geschäft schließen, den Vertrag vorzeitig kündigen. Denn die Bauarbeiten an der Düsseldorfer Straße hielten die Kunden fern. „Das haben wir auch in unserem Café gemerkt, die Gäste kamen nicht mehr durch“, sagt Nöres. Seitdem die Straße wieder frei ist, merken die Anlieger, dass durch die Umstellung der Buslinien auch Kunden wegbleiben.


Insgesamt ist Nöres aber mit der Entwicklung der Düsseldorfer Straße zufrieden. Gegenüber seinem Café liegt das GBO-Haus, das städtebaulich gelungen ist und ein gemütliches Flair auch im Außenbereich vermittelt. Durch die Neue Bahnstadt Opladen und den Campus kommt neuer Wind ins Viertel und Nöres ist optimistisch, auch das Haus Düsseldorfer Straße Nummer 5 wieder gut zu vermieten. Zu Dumpingpreisen wolle er das aber nicht machen. „Wir brauchen hier einfach gute Geschäfte. Das ist etwas, das die Generation meiner Eltern hier aufgebaut hat“, sagt der Unternehmer. Und er denke manchmal, dass viele aus seiner Generation, die die Geschäfte ihrer Eltern nicht übernehmen, zu schnell unter den Mietpreis gehen.


Mehr Ideen für Mitarbeiter


„Dann kommen die Ramschläden und mitunter sitzen da ganze Familien, um den Betrieb am Leben zu halten“, sagt Nöres. Seiner Auffassung nach müsste mehr für die Mitarbeiter getan, zum Beispiel Kinderkrippen eingerichtet werden. Und wenn die Kommunen bei der Betreuung der Unter drei Jährigen nicht nachkommen, müsste mehr Eigeninitiative entstehen. Womöglich könnten sich die Händler der Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO) zusammentun und gemeinsam eine Krippe auf die Beine stellen und einen Raum anmieten. Nöres musste eine gute Mitarbeiterin gehen lassen, weil sie für die Zeit ihrer Frühschicht keinen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind fand. „Die Fachgeschäfte müssen sich was einfallen lassen, um an Personal zu kommen“, sagt er.

Auch interessant
Verkehrslösung für Alkenrath gefordert
Der Verkehr auf der Alkenrather Straße ist ein Problem. Eine Initiative fordert eine Umgehungsstraße, eine andere Kreisverkehre.

In Alkenrath fordern zwei rivalisierende Bürgerinitiativen eine Verkehrslösung für ihren Stadtteil. Was meinen Sie?

FACEBOOK
Schule an Rhein und Wupper
Special

Wie steht es um die Schulen an Rhein und Wupper? Informationen, Termine und Projekte in unserem Special.

Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
Toplinks