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Fixheide: Weltmarktführer im Verborgenen

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Erinnert an eine Waschmaschine, die Filter können in die Spülmaschine: Natalie Kühn erklärt Reinhard Buchhorn den „Ökolüfter“.  Foto: Ralf Krieger
Im Industriegebiet Fixheide hat Siegfried Kühn mit SK Elektronik ein global agierendes Unternehmen geschaffen. Die Wurzeln der Firma liegen bei Bayer. Dort hat der Unternehmensgründer einst in der Labortechnik gearbeitet.  Von
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Fixheide

In der Benzstraße herrscht das typische Fixheide-Durcheinander: Gegenüber liegt der Kaufpark, ein etwas auffälligerer BMW trägt zum Glück die Initialen der Firma und ihres Gründers: SK, Siegfried Kühn. Der Firmensitz liegt etwas zurück, das Schild ist klein. Alles sehr unauffällig. Aber Achtung: Hier residiert ein Weltmarktführer.


Diese Stellung hat SK Elektronik bei Messvorrichtungen, wie sie zum Beispiel in der Chemischen Industrie verwendet werden. Kernstück ist der Flammenionisationsdetektor (kurz FID). Der misst Kohlenwasserverbindungen, also gasförmige chemische Stoffe, die primär aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen. Das muss in allen möglichen Anlagen kontrolliert werden. Siegfried Kühn nennt Raffinerien als Beispiel. Drüben in Köln-Worringen bei Ineos, der früheren Bayer-Tochter EC (Erdölchemie), habe SK Hunderte der Messgeräte eingebaut.


Überhaupt, Bayer: Dort liegen auch die Wurzeln von SK. Siegfried Kühn hat dort in der Labortechnik gearbeitet. Bis Bayer die Abteilung verkaufte – auch Ende der 70er Jahre gab es schon das Schlagwort von der „Konzentration aufs Kerngeschäft“. Die Laborbauer wurden weitergereicht, bis irgendwann der Punkt erreicht war, an dem Siegfried Kühn den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. 1980 war das.

Weltweite Präsenz


Seitdem ging es Schritt für Schritt weiter. Wobei die Schritte inzwischen ziemlich groß geworden sind. SK ist weltweit präsent, und langsam beginnen Russland und Asien, Europa den Rang als wichtigstem Markt abzulaufen. Was das bedeutet, hat Natalie Kühn im ablaufenden Jahr gemerkt: Monatelang war sie unterwegs; „es war ganz schön schwierig, einen Termin zu finden“. Gemeint ist der Besuch des Oberbürgermeisters und der Wirtschaftsförderer. Beide kommen jetzt eine Stunde, bevor die 30 Beschäftigten mit ihren Chefs Weihnachten feiern. So ist das in einem Familienbetrieb. Reinhard Buchhorn und Frank Obermaier sind allerdings nicht in erster Linie in die Benzstraße gekommen, um frohe Weihnachten zu wünschen. Es gibt auch sonst etwas zu feiern: 1987 hat Siegfried Kühn aus SK-Elektronik eine GmbH gemacht. Und ihre Reisen zu Kunden auf der ganzen Welt prädestinieren Natalie Kühn als Standortbotschafterin. Den Koffer mit der Leverkusen-Reklame macht die 31-Jährige sofort auf. Und sei er von außen auch noch so spartanisch.

Lüfterfertigung in der Fixheide.
Lüfterfertigung in der Fixheide.
Foto: Ralf Krieger


Zum geordneten Familienleben bei Kühns gehört auch, dass der Gründer beizeiten beiseite tritt. Schon vor fünf Jahren hat Siegfried Kühn seine Tochter zur Geschäftsführerin gemacht; inzwischen ist die energische junge Dame auch Gesellschafterin und sagt, wo’s lang geht. Das Rüstzeug dazu hat sie sich unter anderem im Studiengang Internationales Management an der Karlsruher Fachhochschule beschafft, wo sie als Praktikerin hin und wieder „auch Vorlesungen hält“, sagt ihr Vater stolz.


Das sind aber nicht die einzigen Abwege, die man bei SK mit Freuden beschreitet: Im Flur des Hauses steht ein Gerät, das entfernt an die Trommel einer Waschmaschine erinnert. In Wahrheit ist das der „Ökolüfter“, erfunden nicht bei SK, aber in Leverkusen. Das Gerät hat zwei Kammern und filtert über einen Keramikeinsatz die Raumluft. Dabei werden aber 90 Prozent der Wärme erhalten. Damit ist der Lüfter wie geschaffen für wärmegedämmte Häuser. Natalie Kühn beschreibt das Konzept mit Enthusiasmus. In Süddeutschland verkaufe sich der Ökolüfter bestens. Ein paar der Geräte wird SK-Elektronik recht bald selbst brauchen: Um die Ecke soll der neue Firmensitz entstehen – im Passivhaus-Standard und nicht so unauffällig.

Meilensteine für das Unternehmen
SK-Gründer Siegfried Kühn.
Foto: Ralf Krieger

1980 gründet der gelernte Automechaniker und -elektroniker Siegfried Kühn SK-Elektronik als Personengesellschaft.
1987 wird die Firma zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
1994 wird ein weltweiter Vertrieb für das Hauptprodukt, den Flammenionisationsdetektor, aufgebaut.
2001 zieht Kühn im thüringischen Vieselbach eine zweite Produktion auf. (tk)

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