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Freibad Auermühle: Gebaut wird auf jeden Fall

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Ist der Traum von der Rettung der Auermühle ausgeträumt? Foto: Ralf Krieger
Noch sind die Pläne für das Gelände des stillgelegten Freibads Auermühle ziemlich vage. Zwar soll hier laut Wünschen der Stadt preiswerter Wohnraum entstehen, doch zugleich soll der Boden zu möglichst viel Geld gemacht werden.  Von
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Leverkusen

Der Sportpark Leverkusen braucht Geld. Viel Geld. Das Kombibad Wiembachtal ist noch nicht abbezahlt. Eine Million Euro fehlen laut Sportpark-Leiter Georg Boßhammer noch. Zur Finanzierung beitragen sollen Grundstücksverkäufe auf dem Gelände des stillgelegten Freibads Auermühle.

Um über den Stand der Planungen zu informieren, hatten Stadt und Sportpark zur Bürgerinformation in das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium eingeladen. Rund 50 Gäste, darunter viele Nachbarn der Auermühle, waren gekommen. „Das hier ist noch keine offizielle Bürgerbeteiligung nach dem Baugesetz. Wir wollen Sie nur darüber informieren, was der Rat bisher beschlossen hat“, betonte Bezirksvorsteher Raimund Gietzen.

Schnell wurde deutlich, dass die Pläne für das nicht mehr rentable Freibad noch sehr vage sind. Wohnbebauung entlang der Straße Dhünnberg soll es geben, und auch der untere Parkplatz könnte bebaut werden. Unklar ist aber noch, wie viel Fläche die Wohngebäude mal einnehmen sollen – und welche Zielgruppe angesprochen wird. Der Stadtrat wünscht sich zwar familienfreundlichen, preiswerten Wohnraum; der Sportpark aber wird darauf schauen, wie er den Boden zu möglichst viel Geld machen kann.

Wie und ob sich diese Ziele miteinander verbinden lassen, muss also erstmal geprüft werden. Die Stadt wird deshalb eine sogenannte Tragfähigkeitsstudie in Auftrag geben. Gefragt sind Gutachter, die sich mit Immobilienpreisen und Stadtplanung ebenso gut auskennen wie mit Naturschutz. Schließlich, so betonten die Vertreter von Stadtverwaltung und Sportpark ebenso wie Gietzen, soll die einstige Liegewiese an der Dhünn als Freizeitfläche erhalten bleiben.

Für hörbaren Unmut bei den Anwohnern sorgte die Aussicht auf eine Ausweitung des Klinikums. Der untere Parkplatz, vor dem alten Badeingang, soll bebaut werden. Ein Parkhaus, ein Schwesternwohnheim, vielleicht auch Labors sind im Gespräch. „In Schlebusch wird ständig gebaut, aber eine Verkehrsplanung, die auch die Anwohner berücksichtigt, gibt es nicht“, schimpfte ein Mann im Publikum. Anwesend waren auch Ex-Mitglieder des Bürgervereins „Rettet die Auermühle“. Dieser hatte sich am Dienstagabend aufgelöst, weil das Freibad definitiv nicht mehr zu retten ist und der Zweck des 2010 gegründeten Vereins damit entfallen ist. Der ehemalige Vorsitzende Hans Günther mahnte: „Man sollte in Schlebusch nicht alles dem Klinikum opfern!“. Ex-Mitstreiter Carsten Trinks betonte: „Dass der obere Parkplatz bebaut wird, ist ja in Ordnung. Aber der Widerstand gegen jegliche weitere Bebauung wird bleiben – und wenn ich dafür einen neuen Verein gründe.“

Offen blieb aber, ob und was das Klinikum noch bauen möchte. „Bis ein B-Plan vorliegt, können noch ein, zwei Jahre vergehen“, sagte Gietzen. Die Pläne für die Auermühle mit jenen des Krankenhauses in Einklang zu bringen, dürfte Aufgabe der Gutachter sein. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, prophezeite Daniel Zerweck. Wann also wird die Studie vorliegen? „Zwei Jahre wird es wohl nicht dauern, aber auch nicht zwei Monate“, so der Stadtplaner aus dem Rathaus.

Dass sich nicht alle Anwohner vornehmlich um alte Bäume und grüne Wiesen sorgen, machte eine Eigenheimbesitzerin vom Dhünnberg deutlich. Sie äußerte ihre Angst vor einem „sozialen Brennpunkt“ und Mietern des „unteren Niveaus“ – konnte vom Bezirksvorsteher aber beruhigt werden.

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