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Handyfotos: Geldstrafe für voyeuristischen Arzt

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Das Amtsgericht Leverkusen bestrafte einen Arzt.  Foto: Ralf Krieger
Ein Leverkusener Dermatologe akzeptiert einen Strafbefehl des Amtsgerichts Leverkusen, weil er Nacktfotos von Patientinnen gemacht hat. Er gilt damit jetzt als vorbestraft.  Von 
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Leverkusen

9000 Euro Geldstrafe zuzüglich Gerichtsgebühren muss ein 58-jähriger Hautarzt aus Leverkusen zahlen, weil er in fünf Fällen unbefugt Nacktaufnahmen von Patientinnen in seiner Praxis angefertigt hat. Die Strafe ist ohne eine öffentliche Verhandlung wirksam.

Sie ist als so genannter Strafbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Leverkusener Amtsgericht erlassen worden. Da die Anwälte des Arztes keinen Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt haben, ist er inzwischen wirksam geworden und die Schuld des Arztes damit festgestellt, wie Amtsgerichtsdirektor Hermann-Josef Merzbach am Freitag mitteilte. Dem Strafantrag liegt der Paragraph 201a ("Wer von einer anderen Person, die sich in einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt Bildaufnahmen herstellt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft") zugrunde.

Und es war eben die Hautarztpraxis, die unter die Kategorie eines " besonders geschützten Raums" fällt, in der der Leverkusener Arzt in fünf Fällen Nacktfotos von Patientinnen angefertigt hat. Zwischen Dezember 2010 und Februar 2011 soll er das mit einem Mobiltelefon ohne Wissen der Frauen getan haben. Der Amtsgerichtsdirektor sagte nicht, ob es noch mehr Fälle gibt - für den Strafantrag seien diese fünf ausschlaggebend gewesen. Frühere Berichte im "Leverkusener Anzeiger" zitieren den ermittelnden Staatsanwalt, der von einer zweistelligen Fallzahl sprach. Eine der betroffenen Patientinnen hatte mitbekommen, dass der Arzt von ihr heimlich Aufnahmen gemacht hatte, die anderen Frauen wurden erst durch Ermittler auf die Taten aufmerksam gemacht. Hermann-Josef Merzbach betonte, dass der eklatante Vertrauensbruch Grundlage für die Strafe sei. Von Veröffentlichungen der Bilder im Internet sei nichts bekannt. Der Arzt musste im Juni 2012 unter Polizeischutz aus seiner Praxis im ersten Stock begleitet werden, weil er wegen der Ehrverletzung einer Patientin bedroht worden sein soll. Für die Frauen gibt es jetzt keine weitere strafrechtliche Handhabe gegen den Arzt. Die Praxis schloss nach dem Vorfall, eröffnete aber einige Zeit später wieder.

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