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Hautkrankheit: Tierheim schließt wegen Pilzbefall

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Das Tierheim Leverkusen ist wegen eines Pilzbefalls geschlossen.  Foto: Ralf Krieger
Seit rund zwei Wochen ist das Tierheim in Leverkusen geschlossen. Ob und wann es wieder aufmacht, ist unklar. Grund für die Schließung ist ein Pilz, der einen Großteil der Tiere und einige Mitarbeiter befallen hat.  Von
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Leverkusen

Nun ist endlich bekannt, warum das Tierheim in Leverkusen seit zwei Wochen geschlossen ist. Ein hoch infektiöser Pilz hat einen Großteil der rund 120 Katzen, drei Hunde und einige Kleintiere befallen. Der Pilz ist auch auf den Menschen übertragbar: drei Mitarbeiter des Tierheims haben sich ebenfalls angesteckt, zwei von ihnen sind bereits wieder genesen. „Den ersten Fall konnten wir vor drei Wochen feststellen“, so Gert Kortschlag, Vorsitzender des Tierschutzvereins Leverkusen. Es handelte sich um eine verwilderte Katze, die eingefangen und kastriert werden sollte, um anschließend wieder in die Freiheit entlassen zu werden – ein übliches Verfahren. Die Hautkrankheit, eine so genannte Dermatophytose, breitete sich daraufhin schnell aus. Der Tierarzt veranlasste die sofortige Schließung des Tierheims, welches nun einer Quarantänestation gleicht. Kein Tier darf hinaus oder hinein.

„Die Hunde leiden am meisten, ihnen fehlt die Bewegung“, so Kortschlag. Rund 200 Tiere beherbergt das Heim zur Zeit – eingeteilt sind sie in ein dreistufiges Trennungssystem: Gesund, Verdacht auf Befall und krank. Die jeweiligen Gruppen werden getrennt gehalten, für die Kranken wurde eigens eine „Pilzstation“ eingerichtet. Diese darf nur von Mitarbeitern in Schutzkleidung betreten werden, welche nach der Verwendung sofort vernichtet werden muss. Mittlerweile wird ausnahmslos jedes Tier im Heim gegen die Erkrankung geimpft, Betroffene müssen regelmäßig gebadet werden. Der Pilz wächst auf der Haut. Beim Menschen zeigen sich rote, kreisrunde Stellen, die unangenehm Jucken. Tieren fällt das Fell aus; schwere Fälle sind nahezu komplett kahl. Auch sie haben mit starkem Juckreiz zu kämpfen. „Die Tiere kratzen und beißen sich wund, dadurch verteilen sich die Pilzsporen überall“, erklärt Kurt Molitor, Leiter des Leverkusener Veterinäramtes. Die Therapiedauer beträgt etwa zwei Wochen. Sieben bis zehn Tage sollte weiter behandelt werden, um einen Rückfall zu vermeiden.

Doch der Pilz ist hartnäckig: Die Sporen befinden sich überall, sämtliche Räume des Tierheims müssen von Grund auf gereinigt und desinfiziert werden. Bei einigen ist sogar eine Renovierung notwendig. „Besonders die Katzenhäuser sind betroffen – auf uns kommen tausende Euro an Kosten zu. Ich weiß nicht, wie wir das bewältigen sollen“, klagt Kortschlag. „Wir können zur Zeit keine Tiere vermitteln, also verdienen wir auch kein Geld.“ Der Zuschuss von der Stadt ist nur klein. Das Tierheim ist auf Spenden von außen und freiwillige Helfer angewiesen. „Die Einrichtung ist extrem wichtig für den Tier- und Artenschutz in Leverkusen“, so Molitor. Bis das Heim in Leverkusen wieder öffnen kann, wird es von Kölner Seite unterstützt. Wer sein Tier zu Beginn der Ferien in die Pension geben will, muss sich an die Tierheime dort wenden. Zwei Wochen lang darf kein neuer Fall der Pilzerkrankung auftreten – dann dürfen die Quarantänemaßnahmen beendet werden. Erst am Dienstagnachmittag jedoch wurde wieder die Neuerkrankung einer Katze festgestellt – es bleibt also offen, wann das Leverkusener Tierheim seine Tore wieder für die Öffentlichkeit öffnet.

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