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Hochwasserschutz: Schiefe Pappeln sollen weichen

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Eine Kombination aus Sturm und weichen Böden könnte dazu führen, dass die Pappeln umfallen und Schutzwände beschädigen. Foto: Ralf Krieger
Für drei Pappeln in Hitdorf sieht es schlecht aus. Anwohner und die Deichaufsicht Köln sehen in den Bäumen eine Gefahr für die Hochwasserschutzwand. Nun sollen die Pappeln weichen.  Von
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Hitdorf

Drei Pappeln auf der Rheinwiese, gegenüber der St.-Stephanus-Kirche in Hitdorf stehen nun im Blick der Bezirksregierung. Anwohner sehen in den schief gewachsenen Bäumen eine Gefährdung für die Hochwasserschutzwand. Dem schließt sich die Deichaufsicht in Köln jetzt an. „Aus Sicht der Deichaufsicht ist die Fällung von Bäumen in Hitdorf wegen der bestehenden Gefährdung für die Hochwasserschutzanlagen erforderlich. Dies wurde mit den zuständigen Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) abgestimmt. Die TBL hält die Maßnahme ebenfalls für erforderlich. Die Bezirksregierung Köln beabsichtigt derzeit noch eine möglichst einvernehmliche Abstimmung mit der Stadt Leverkusen und der TBL hierüber zu finden“, erklärte Oliver Moritz, Sprecher der Bezirksregierung, auf Anfrage.

Bei der Hochwasserschutzanlage handelt es sich um eine 1,50 Meter hohe permanente Mauer, auf die im Hochwasserfall zusätzlich bis zu zwei Meter hohe mobile Elemente aufgesetzt werden können. Mit einer Gesamthöhe von 3,50 Metern schützt die Hochwasserschutzmauer rund 2300 Anwohner sowie die denkmalgeschützte Bebauung bis zu einem 200-jährlichen Hochwasserereignis. Im Hochwasserfall besteht laut Bezirksregierung die Gefahr, dass die Bäume durch Windwurf auf die mobilen Elemente fallen und diese beschädigen. „Dies kann dann dazu führen, dass das geschützte Gebiet innerhalb von Minuten geflutet wird“, so Moritz. Das Gefährdungspotenzial der in unmittelbarer Nähe stehenden Gehölze für die Hochwasserschutzanlagen beruht auf zahlreichen oft nicht oder nur teilweise sichtbaren Wirkungsmechanismen.

Kein Problem

Die Kombination von Sturm, Wasserkraft und weichen Böden kann zum Beispiel dazu führen, dass ein an sich gesunder und standfester Baum umfällt und Hochwasserschutzanlagen beschädigen könnte. Das Überleben einer gewissen Standzeit ist also keine Gewähr für eine weitere sichere Reststandzeit an einem solchen Ort. Die Stadt will sich nicht äußern. In der Vergangenheit hatte die plötzliche Fällung von Pappeln in Hitdorf den Zorn zahlreicher Bürger hervorgerufen. Und auch als die Stadt plante, das Naturdenkmal der Blutbuche im Park von Schloss Morsbroich zu fällen, formierte sich Widerstand. Der stattliche Baum im Schlosspark aber steht noch immer. Eine Bürginitiative um Rolf Müller machte sich dafür stark, dass ein Zaun um den Baum angelegt wird. Damit kamen bereits andere Kommunen ihrer Sicherungspflicht nach.

Der schwäbische Baumexperte Peter Klug, der die Blutbuche schon in einem Kalender verewigt hatte, schaute sich den Baum jüngst noch einmal an. Sein Fazit: „Es ist mir absolut unverständlich, dass die Stadt damals das Gutachten auch nur angenommen hat. Darin waren derart viele Fehler, dass diese auch einer Person mit nur geringer Fachkunde hätten auffallen müssen.“ Die Blutbuche sei wunderschön. „Ich sehe aktuell eigentlich überhaupt keinen kritischen Punkt. Diese wenigen Pilzfruchtkörper sind aktuell bei den Stamm- und Wulstausbildungen des Baums kein Problem.“

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