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Jubiläum: 60 Jahre Familienverband

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Martin Obladen und Hildegard Neuenheuser schauen sich Bilder aus der Zeit an, als der Verein kinderreichen Familien helfen musste. Foto: Britta Berg
Von der Großfamilie zum Einzelkind: Der Familienverband Leverkusen blickt auf 60 Jahre Bestehen und enormen gesellschaftlichen Wandel zurück. Viele Gratulanten stellten sich bei der Geburtstagsfeier ein.  Von
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Leverkusen

Bei der Geburt hieß dieses Kind noch anders: Als Ortsgruppe des „Vereins der Kinderreichen Deutschlands“ kam es 1952 zur Welt, als Deutscher Familienverband Leverkusen feierte es nun seinen 60. Geburtstag. „Daran kann man die Veränderung festmachen“, meint Joachim Dütsch, 70 Jahre, stellvertretender Landesvorsitzender und ehemaliger Vorsitzender in Opladen. Kinderreich sei früher ein Kriterium gewesen, heute seien die Familien eher klein. Deswegen auch die Namensänderung. Zentrales Problem sei zu Beginn die Wohnungsversorgung der Familien gewesen, darum habe sich die Organisation vor allem gekümmert. „Es hat in den 1970er Jahren keinen größeren Bauträger gegeben.“

Viele Gratulanten stellten sich bei der Geburtstagsfeier ein. Vor der Tafel mit den Bildern, die an der Wand des Festsaals aufgehängt wurde, erinnerten sich Hildegard Neuenheuser und Martin Obladen an die vergangenen Jahre. „Das kann man nicht vergleichen“, sagt die 79-Jährige über den Unterschied: Familie damals und heute. „Die machen sich sehr viel Mühe mit ihren Kindern“, sagte sie über ihren Nachwuchs. Fünf Enkelkinder hat er ihr beschert. Als sie selbst klein war, regierte Hitler in Deutschland. „Ich bin 1933 geboren.“ Eine richtige Familie habe sie gar nicht gehabt. „Der Vater war im Krieg.“ Mit drei Kindern sei ihre Mutter damals geflohen. Manchmal sei man in einen Zugwaggon eingestiegen, von dem man gar nicht wusste, wohin er fuhr. „Und dann ging die Tür auf und wir waren in Wittenberg.“

Viele Kinder

Martin Obladen erinnerte sich an die Vereins-Aktionen in den 1960er Jahren. „Wir hatten zeitweise 900 Kinder zu bescheren. Das haben wir in zwei Etappen in der Stadthalle gemacht.“ Mit viel Engagement habe der Verein sich damals für die Kinder eingesetzt. „Wir hatten einen Nikolaus, der hat das 25 Jahre gemacht“, erzählte Obladen. „Meine Schwägerin hat ihm das Kostüm genäht. Das erste Mal haben sie ihm das Gesicht mit Watte beklebt!“ Er selbst habe 1954 geheiratet, zweimal sagte er: „Erst wenn Sie kirchlich verheiratet waren, waren Sie richtig verheiratet.“ Nur drei Kinder hatte er, das sei damals wenig gewesen. „Manche hatten zehn!“

Der Familienverbands-Vorsitzende Bernd Martin erinnerte in seiner Ansprache an das Engagement des Verbands im Lauf der 60 Jahre: für familiengerechten Wohnraum vor allem, oder für Preisnachlässe für kinderreiche Familien. Bezirksvorsteher Rainer Schiefer wies daraufhin, dass „der Bund der Kinderreichen eine Institution in Opladen“ gewesen sei. Petra Windeck, die Vizepräsidentin des Familienverbands, brachte noch eine ganz andere Seite des Leverkusener Verbands in Erinnerung: „Die Menschen hier sind liebenswürdig und nett, aber sie sind nicht zuletzt auch verhaltensauffällig.“ Und setzte sich eine rote Pappnase auf, mit der sie die Beteiligung des Familienverbands am Karneval symbolisierte. Viele Dinge der Vereinsarbeit seien über die Zeit konstant geblieben: „Angefangen hat es vor 60 Jahren mit Themen, die auch heute noch wichtig sind.“ Und: Die Arbeit der Organisation sei heute so wichtig wie damals. „Eine Gesellschaft ohne Kinder verarmt. Menschlich sofort – und finanziell in der Folge.“

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