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Kegelclub: Ein Pin geht um die Welt

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Vier der neun Kegelbrüder, die bei „Gib ihm“ in die Vollen und auch gern auf Reisen gehen (von links): Andreas Wiechert, Bernd Hentschel, Stefan Wiechert und Ralf Hilbrand. Foto: Ralf Krieger
Der Kegelclub „Gib ihm“ besteht seit 80 Jahren. Die Mitglieder pflegen nicht nur ihre Rituale, sondern sind auch sehr unternehmungslustig.  Von
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Opladen

Die Gründer könnten ihre Urgroßväter sein, und tatsächlich hat das Vererben der Mitgliedschaft im 80 Jahre alten Kegelclub „Gib ihm“ inzwischen eine gewisse Tradition. So taucht der Name Wiechert bereits in der dritten Generation in den Annalen des Vereins auf, der 1932 aus den Reihen der Opladener Kolpingsfamilie ins Leben gerufen wurde. Es scheint also nichts dagegen zu sprechen, dass der Club noch viele weitere Jahrzehnte vor sich hat.


Während Gesangsvereine über mangelnden Nachwuchs klagen und sich die Opladener St.-Sebastianus-Schützen aus diesem Grund schon aufgelöst haben, ist das Durchschnittsalter der derzeit neun Gib-ihm-Mannen mit rund 40 Jahren bemerkenswert gering. Was ihnen schon eher zu schaffen macht, ist das Aussterben von Kegelbahnen: Ursprünglich in der Gaststätte Beckmann in Lützenkirchen beheimatet, zogen die Kegelbrüder schon vor einigen Jahren in das Brauhaus am Opladener Marktplatz um. Weil die Bahn dort geschlossen wird, geht es mit Beginn des neuen Jahres in die Stadthalle Bergisch Neukirchen.


Unverändert bleibt aber das Ritual, das alle zwei Wochen Donnerstags zelebriert wird: Bevor die erste Kugel rollt, muss jedes anwesende Mitglied seinen aus dem Vollen gefrästen Kegelpin im Miniaturformat vorweisen, sonst setzt es eine Runde. Wobei das eherne Gesetz der Mitführpflicht beileibe nicht nur an den Kegelabenden gilt. Deshalb sind die Metallpinne, die auch als Mitgliedsausweis gelten, schon in der ganzen Welt herumgekommen – auf der Internetseite des Vereins gibt es Fotos von Kegelpinnen vor den Pyramiden, vor der Freiheitsstatue, in London, Kambodscha, Thailand, Sri Lanka und China.


Reisen liegt den Kegelbrüdern rund um Präsident Andreas Wiechert offenbar. Und auch die Tradition der jährlichen Kegeltour wird mit Hingabe gepflegt, die freilich meist nicht weiter als bis ins benachbarte Ausland führt – die Prager Altstadt und den Wiener Prater haben die Kegelpinne also auch schon gesehen. Dabei soll es entgegen gängiger Vorurteile übrigens durchaus gesittet vor sich gehen und die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten nebst opulenten Mahlzeiten und dem einen oder anderen Bierchen im Mittelpunkt stehen.


Toleranz und Weltoffenheit scheinen fast genau so wichtig für die Mitgliedschaft zu sein, wie der Spaß am Kegeln – mit einer Ausnahme: Frauen werden weder im Club noch bei der Kegeltour geduldet.

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