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Kommentar zur Leverkusener Brücke: Fleißige Minister kennen keine Ferien

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Foto: Ralf Krieger
Von außen ist an der Leverkusener Brücke nicht viel zu sehen. Deshalb wollen die Verkehrsminister von Bund und Land jetzt zeigen, wie fleißig die Bauarbeiter im Inneren sind - und die Minister selber. Anstoß, der Kommentar.  Von
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Leverkusen

Es gibt lauschigere Plätze, um sich an einem so heißen Tag zu treffen, als ausgerechnet der Brückenkasten unter der Leverkusener Autobahn-Rheinbrücke. Aber Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) wollen heute Abend auch nicht gemeinsam ein Feierabend-Bier zischen, sondern Geschäftigkeit demonstrieren. Die Rheinbrücke ist ein Sorgenkind ihrer Ministerien: Der marode Übergang der Autobahn über den Rhein ist bereits eine Baustelle und wird es auf gut zehn Jahre noch bleiben. Derzeit wird das Bauwerk noch geflickt, während mit Hochdruck sein Abriss und ein Neubau geplant werden.

Weil aber die Autofahrer, die sich zu Ferienbeginn mit maximal 60 km/h bei Leverkusen über den Rhein stauen, nicht sehen können, was unter der Fahrbahn gearbeitet wird, sollen die Medienvertreter heute Abend mit den Minister besichtigen, dass sogar am Abend noch eifrig gewerkelt wird, und den Zuschauern und Lesern davon berichten, wie eifrig die Straßenbauer sind. Und natürlich die Minister.

Schließlich ist Bundestagswahlkampf und der CSU-Minister hat noch eine zweite Wahlkampffront im heimischen Bayern zu bedienen. Und der SPD-Kollege aus NRW, der den Neubau im Auftrag des Bundes zu regeln hat, will sich nun auch nicht die Schau stehlen lassen, wo er doch so engagiert für seine Leverkusener Brücke eintritt. Also werden sie nun am Abend, zur besten Nachrichtenzeit die Brückenruine besichtigen, ebenso besorgt wie bemüht und auch noch zuversichtlich dreinschauen und Besserung geloben: Mehr Geld für den Erhalt und die Verbesserung der Hauptverkehrswege, ja jetzt auch wieder im Westen Deutschlands. Dreimal so viel wie 2009 will der Bund 2015 in die Instandhaltung seiner Straßen und vor allem Brücken stecken. Nur, dass sich die 980 Millionen Euro verteilt auf 39.000 Brücken dann doch nicht mehr so gewaltig ausnehmen.

Die Autofahrer allgemein wird die Kunde erfreuen, die Zustimmung von ADAC und Wirtschaftsverbänden ist den Politikdarstellern sicher. Wie genau es mit der Autobahnsanierung weiter gehen wird, die sich über die Brücke hinaus bis zum Leverkusener Kreuz erstrecken wird, bleibt aber noch ungewiss. Und vor allem die Leverkusener verfolgen skeptisch, was sich übergeordnete Behörden für das Verkehrsband mitten durchs Stadtgebiet ausdenken werden. Gewiss ist nur eines: Auch die Nachfolger der jetzt amtierenden Verkehrsminister werden sich des Themas weiter annehmen müssen. Unter den Augen der ungläubig staunenden Öffentlichkeit.

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