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Kreisparteitag: CDU will keinen Sparkommissar

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Auf der Empore saßen nebeneinander zu Beginn unter anderem Helmut Nowak, Rüdiger Scholz, Stefan Hebbel (v.l.).  Foto: Britta Berg
Die Christdemokraten haben auf ihrem Kreisparteitag ihre Forderung nach einem Tunnel durch die Stadt erneuert. Für die Kommunalwahl 2014 hat die CDU eine klare Kampfansage an ihre Konkurrenten ausgesprochen.  Von
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prNun stehe er da und habe nicht ein Wort über die politischen Gegner verloren, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU Bernhard Marewski. Dann blickte er über seine Brille hinweg in die Runde der Parteikollegen und beendete seine Rede mit den Worten: „Das brauch wir auch nicht. Unsere eigene Politik ist uns Thema genug.“ Applaus. Und doch: Ganz ohne das Verteilen von Spitzen kamen sie nicht aus, die Leverkusener Christdemokraten beim ihrem Kreisparteitag im Agamsaal des Forums.

Ganz vorne standen natürlich die politischen Kontrahenten in Stadt und Land. Fettnäpfchen-Treter Peer Steinbrück und dessen Sozialdemokraten bekamen vom Parteivorsitzenden Stefan Hebbel ebenso sein Fett weg wie Erhard Schoofs und seine Bürgerliste, dessen von vielen als provozierend empfundenen Beiträge zur Stadtpolitik Marewski folgendermaßen kommentierte: „Das ist wie die Sache mit dem Hasen und dem Igel: Wir lassen Schoofs laufen. Wir schlagen die leisen Töne an.“ Denn: Die Zeit auf derlei Grabenkämpfe zu verschwenden, könne und wolle sich keiner in der CDU leisten.

Neue Geschäftsführerin

Einen Wechsel gibt es auf der Position des Kreisgeschäftsführers der Leverkusener CDU. Karl-Heinz Servos wurde nach zwölf Jahren im Amt mit zahlreichen Präsenten – darunter die silberne Verdienstmünze der CDU und eine Dose Bockwürstchen – verabschiedet. Gleichzeitig wurde seine Nachfolgerin begrüßt: Es ist Servos’ bisherige Assistentin und Vertreterin Marion Hölzgen, die das Amt zum 1. Juni übernimmt.
Die 60-Jährige, die seit den den 70er Jahren in der CDU aktiv ist, freute sich sichtlich gerührt über ihren Applaus zum Antritt. Gleichzeitig versprach sie den Mitgliedern: „Ich freue mich auf das Amt und werde versuchen, Karl-Heinz Servos so gut es geht nachzueifern.“ (frw)

Es gab natürlich eine klare Ansage an die Landes- und Bundesoberen in Sachen Verkehrskollaps rund um Leverkusen: „Manche in der Republik halten das Leverkusener Kreuz offenbar für einen Wanderparkplatz zwischen Bocklemünd und Burscheid-Süd. Aber die A1 und die A3 sind europäische Verbindungen von Skandinavien bis Italien, von Großbritannien und Holland bis Österreich.“ Offenbar bedürfe es lauter Töne und Beharrlichkeit, um diese Realität ins Bewusstsein zu rücken sagte Marewski und sprach sich für einen Tunnelbau durchs Stadtgebiet aus – eine Sache, für die auch Bundestagskandidat Helmut Nowak beharrlich einzusetzen versprach - wenn er denn demnächst nach Berlin entsendet werden sollte.

Und allen Kritikern der Sparpolitik in Leverkusen hielt Marewski schließlich das Beispiel Nideggen vor: Dieses Städtchen in der Eifel habe ja in den vergangenen Tagen überregionale Beachtung erfahren, weil es jetzt von einem Sparkommissar regiert werde und Entscheidungen über Investitionen nicht mehr selber treffen könne. Für ihn sei klar: „Ich sitze lieber in Leverkusen auf der Anklagebank wegen Sparens als auf der Zuschauerbank wie in Nideggen“, betonte Marewski.

Ansonsten herrschte die unter Gleichgesinnten gewöhnliche Harmonie im Forum: Der Europaabgeordnete Axel Voss entschuldigte sein verspätetes Auftauchen zur Rede mit dem Hochzeitstag, den er am Morgen mit seiner Frau erstmal gefeiert habe – und erntete donnernden Applaus für diese Liebesbekundung. Voss, dessen Wagen neulich vor der Haustüre in Brand gesteckt worden war, beruhigte die Gemüter gleich zu Beginn seines Beitrags: „Das Auto ist wieder intakt.“ Marewski bat um Entschuldigung, dass er als Vize-Fraktionsführer rede und eben nicht der Vorsitzende Thomas Eimermacher – aber dieser weile leider im Urlaub in Namibia, was zu Zeiten der Drucklegung der Tagesordnung leider noch nicht festgestanden habe. Hebbel tat seine Freude darüber kund, dass Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn kürzlich den Wunsch auf eine zweite Amtszeit geäußert habe und versprach auch hinsichtlich der Kommunalwahl 2014: „Wir werden 2014 die stärkste Partei im Stadtrat sein und 2015 erneut den OB stellen.“ 

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